Bundesamt für Strassen hat erstmals eine Autobahn auf einer Baustelle eingerichtet!

03.03.2021, Ittigen/Winterthur. Autofahrer, die öfters die Autobahn A1 von Zürich nach St. Gallen befahren, wundern sich: schon wieder ist in Winterthur auf einer Strecke von rund 7 km eine Baustelle in Betrieb, die Spuren sind verengt, Markierungen angebracht, der Stau alltäglich. Automobilisten stellen fest, dass mittlerweile das ganze Jahr hindurch auf etlichen Schweizer Autobahnabschnitten Baustellen eingerichtet sind, die eine erhebliche Verkehrsbehinderung darstellen. Der Chef des Bundesamtes für Strassen (ASTRA), Jürg Röthlisberger gab auf Anfrage des MERKURIER Auskunft: “In Winterthur handelt es sich um ein Pilotprojekt: dort haben wir nicht wie gewohnt eine Baustelle auf der Autobahn eingerichtet, vielmehr haben wir auf der dortigen Baustelle eine Autobahn installiert!” Es sei weltweit das erste Mal, dass eine Autobahn direkt auf einer Baustelle eingerichtet worden sei, sagte Röthlisberger weiter. “Wir sind überzeugt davon, dass wir so weit einschneidendere Massnahmen im Individualverkehr verhindern können. Die Autobahn auf der Baustelle in Winterthur soll es den Autofahrern, aber auch den Lastwagen erlauben, die Fahrt zwischen Zürich und St. Gallen ohne allzu grossen Zeitverlust zu absolvieren”, so der ASTRA-Chef weiter. Wäre auf der Winterthurer Baustelle keine Autobahn eingerichtet worden, hätte sich der Verkehr vor Winterthur aus beiden Richtungen gestaut, der Zeitverlust für Pendler und Berufsfahrer wäre ins unermessliche gestiegen, der wirtschaftliche Schaden um einiges grösser als heute. Röthlisberger ist der Überzeugung, dass das Pilotprojekt erfolgreich sein und in anderen Ländern Schule machen wird: “Wir haben bereits Anfragen von der österreichischen ASFINAG und aus dem deutschen Verkehrsministerium, der deutsche Bundesverkehrsminister Scheuer hat angefragt, ob er sich die Baustelle mit der integrierten Autobahn vor Ort ansehen könne.” Zu den immensen Kosten, die das Einrichten einer Autobahn auf einer Baustelle mit sich bringt wollte sich ASTRA-Chef Röthlisberger nicht konkret äussern: “Die Kosten für dieses Projekt decken wir aber vollumfänglich aus den Gebühren für die Autobahnvignetten und aus den Verkehrsabgaben.”

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