Detailhändler ächzen wegen Kartenzahlungen!

04.03.2021, Zürich. Seit dem 1. März dürfen in der gesamten Schweiz die Läden des nichttäglichen Bedarfs geöffnet haben und ihre Waren feilbieten. Die Mode-, Möbel-, Schuh-, Haushaltwaren- und Elektronikfachgeschäfte locken mit gigantischen Rabatten die Kunden in ihre Verkaufsgeschäfte, die Umsätze gehen derzeit in astronomische Höhen. In breiten Schichten der Bevölkerung herrscht die Meinung vor, dass die Händler nun Riesengewinne erzielen würden. Nun warnt jedoch Christa Markwalder, Nationalrätin FDP und Präsidentin der Swiss Retail Federation, des Verbandes der mittelständischen Detailhändler vor einer folgenschweren Entwicklung: “Wir im Detailhandel kennen das alle, die Kundschaft sagt: “Ich zahle mit Karte”. Natürlich akzeptieren mittlerweile alle Detailhändler Kartenzahlungen. Im Vergleich zur Barzahlung wird wegen der grassierenden Covid-Pandemie viel mehr mit Karten gezahlt, über neunzig Prozent der Kundinnen und Kunden zahlen mittlerweile mit Karten statt mit Bargeld.” Markwalder stellt fest, dass die Händler nun mit all den Karten, mit denen bei ihnen gezahlt worden sei, nichts anfangen können: “Mir sind Detailisten bekannt, die mittlerweile tausende dieser Karten angesammelt haben. Warenhäuser wie Manor, Modeläden wie H+M oder New Yorker, der Schuhhändler Dosenbach, Interdiscount und MElectronics, alle sitzen nun auf abertausenden von für sie völlig unbrauchbaren, wertlosen Karten, mit denen die Kunden ihre Waren gezahlt haben.” Markwalder erklärt, dass die Detailhändler wohl die Rechnungen ihrer Lieferanten mit diesen Karten zahlen möchten, diese Lieferanten bestünden jedoch auf cash: “Nur Bares ist Wahres, ist die Losung der Lieferanten. Die verweigern Kartenzahlungen durch die Detaillisten vehement!” Markwalder befürchtet, dass die Läden in naher Zukunft an der Flut von Kredit- und Debitkarten geradezu ersticken würden. Teilweise würden die Händler nun bereits die Lagerflächen, die sie dank der mit grossen Rabatten verkauften Waren frei bekommen haben bereits für die Lagerung der Plastikkarten aus den Kartenzahlungen der Kunden nutzen. “Es ist eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölf”, warnt die Verbandspräsidentin und sagt: “Die Detailisten sitzen auf Kisten voll von diesen Karten, mit denen die Kunden gezahlt haben. Sie werden sie einfach nicht mehr los. Und schliesslich gibt es schon mehr als genug Plastikmüll auf dieser Erde, nun kommen noch diese Karten dazu.”

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