Menschenrechtsgerichtshof greift mit wegweisendem Urteil in Rassismus-Debatte ein!

05.03.2021, Strasbourg. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strasbourg greift gemäss einem heute veröffentlichten Urteil in die Rassismus-Debatte ein, welche Europa beschäftigt: Ein Schweizer Bürger mit Wohnsitz im beschaulichen Regensberg im Kanton Zürich hatte geklagt, dass der Ortsname “Regensberg” rassistisch belastet sei. Bürger mit schwarzer Hautfarbe fühlten sich durch diesen Ortsnamen herabgesetzt, beinhalte “Regensberg” rückwärts geschrieben oder gelesen (“Grebsneger”) eindeutig und unverkennbar den zweifelsohne rassistischen Ausdruck “Neger”. Der Menschenrechtsgerichtshof stützt nun die Ausführungen des Klägers und hat geurteilt, dass sämtliche Ortsnamen europaweit, die den Wortteil “Regen” beinhalten, eindeutig als rassistisch einzustufen und somit verboten sind. Allen Städten und Gemeinden, die “Regen” im Ortsnamen führen hat der EGMR eine Frist von 5 Jahren gesetzt, um eine Namensänderung vorzunehmen. Die Liste dieser Städte und Gemeinden ist lang, alleine in Bayern sind Regensburg, Regenstauf, und Regenthal, mit Regen sogar ein ganzer Landkreis, in Österreich Regenfeld, in der Schweiz Regensdorf und eben Regensberg, welches den Mann zur Klage am EGMR veranlasst hat, betroffen. Auch Orte in den Niederlanden (Regentessekwartir, ein Stadtteil von Den Haag) und im spanischen Bajo Ampurdán (Regencós) trifft das Urteil. Welche Auswirkungen das EGMR-Urteil auf andere Städte in Europa hat, ist derzeit noch völlig unklar, in München und Augsburg sind jedoch wohl auch der Prinzregentenplatz, die Prinzregentenstrasse und in London der Regents Park betroffen.

Zum Originalbeitrag

Kommentar verfassen