Neue Zürcher Zeitung bietet Inhalte neu mit Textbausteinen!

23.02.2021, Zürich. Die älteste noch heute erscheinende Zeitung der Schweiz, die überregional bekannte und zu den deutschsprachigen Leitmedien zu zählende “Neue Zürcher Zeitung” (NZZ) kämpft seit Jahren mit einem Rückgang beim Verkauf der gedruckten Ausgaben. Auch seit der Einführung einer Paywall im Internet für Online-Artikel verliert sie unter den elektronischen Kunden Leser. Der seit dem Jahr 2014 das Amt bekleidende Chefredaktor des Blattes, Eric Gujer konnte sich nun offenbar mit dem Verwaltungsrat auf eine Neuausrichtung der Zeitung einigen, wie er gestern am NZZ-Sitz an der Falkenstrasse in Zürich bekannt gab. “Für eine Zeitung mit Format, wie sie die NZZ zweifelsohne ist, gehen wir erstmals einen ganz neuen Weg”, machte Gujer Werbung für die Neuerung. “Die NZZ wird fortan keine eigenen Artikel mehr publizieren, sie liefert neu in der Print- wie auch in der Online-Ausgabe bloss noch die Bausteine für die Leserschaft, damit sich diese die gewünschten Artikel selber zusammenstellen können!” Das breite Korrespondentennetz, für das die NZZ seit Jahren bekannt ist, wird aufgelöst, die Korrespondenten werden nicht mehr benötigt. Chefredaktor Gujer erklärte genauer: “Diese Bausteine sind in Form von einzelnen Worten und den für einen Text benötigten Satzzeichen vorhanden. Wir geben in der Zeitung bloss das Thema vor, der Leser kann sich zum Thema mit diesen von uns vorgelegten Worten, Punkten, Kommas und anderen Satzzeichen selber den Text zum Thema zusammensetzten.” Gujer verwies auf die Pressefreiheit und auf die persönliche Freiheit einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers, jeder Leserin und jedes Lesers: “Diese absolute Pressefreiheit gibt die NZZ ihrer Leserschaft, egal ob online oder in gedruckter Form. Unsere Leserinnen und Leser sind völlig frei, sich einen zu ihrem persönlichen Denken passenden Text zum vorgegebenen Thema zu verfassen. Das ist freier, moderner Journalismus im 21. Jahrhundert!” Gujer ist überzeugt davon, damit die NZZ für die Herausforderungen der Zukunft, in der aus seiner Sicht die Eigenständigkeit, das selbständige Denken jedes einzelnen Menschen zählt, gut aufgestellt zu haben.

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