Raketenschrott stürzt wohl auf Erde: Raketenteile bei “Wish” und “Aliexpress” bestellt!

05.05.2021, Wenchang. Am vergangenen 29. April startete vom chinesischen Weltraumbahnhof Wenchang eine Trägerrakete des Typs CZ-5B mit dem Raumstationsmodul Tianhe als Nutzlast ins Weltall. Das Tianhe-Modul wird benötigt, um die bis in Jahr 2022 fertig zu stellende chinesische Weltraumstation zu vervollständigen. Der Start der Rakete und der Transport des Moduls verliefen problemlos, nun aber vermeldet die britische Tageszeitung “The Guardian”, dass das rund 30 Meter lange Kernteil der Trägerrakete unkontrolliert um die Erde Kreise und im Begriff sei, abzustürzen. Schlimmstenfalls könnte dieses Raketenteil über bewohntem Gebiet auf der Erde niedergehen. Am Dienstag befand sich das Schrottmodul auf einer Erdumlaufbahn von rund 300 Kilometern Höhe. Es rast derzeit mit einer Geschwindigkeit von etwa 27’000 Stundenkilometern dahin und nähert sich mit jeder Umrundung unseres Planeten diesem um einige Kilometer. Bereits im Mai 2020 hatte sich ein vergleichbarer Fall abgespielt, damals fiel der Schrott in den Atlantik, Menschen und Sachen kamen keine zu Schaden. Im Grunde ist es nichts Ungewöhnliches, dass Raketenteile und anderer Weltraumschrott auf die Erde stürzen, meistens verglühen die kleineren Schrotteile beim Eintritt in die Erdatmosphäre und richten damit keine Schäden an. Nun handelt es sich aber um ein grosses Raketenteil, teilweise aus hitzebeständigem Material gebaut, welches vermutlich nicht vollständig verglühen wird. Weltraummissionen – und seien es Transportflüge wie der nun Sorgen Bereitende – sind stets penibel geplant. Nur hochwertige Technologie kommt zum Einsatz. Warum China die Kontrolle über ein derartig grosses Raketenteil verlor scheint eindeutig: schon länger kursieren Gerüchte, dass die chinesische Weltraumbehörde die Raketenteile nicht von hochspezialisierten Ingenieuren und Technologiefirmen fertigen lässt. Vielmehr bestellt die die Regierung Chinas die benötigten Teile bei den landeseigenen Versandanbietern “Wish” oder “Aliexpress”. So kann das Land die Kosten für das Weltraumprogramm tief halten, muss aber Abstriche bei der Qualität hinnehmen. Chinas Regierung schweigt bisher zum erwarteten Absturz des Raketenschrotts.

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