Samstag, 19. September 2026. Dreißig Jahre Abi 96. Allein dieser Satz ist eigentlich schon eine kleine Unverschämtheit. 1996 klang „in 30 Jahren“ noch nach ferner Zukunft. Und jetzt ist diese Zukunft plötzlich am kommenden Samstag.
Unser Jahrgang vom Städtischen Gymnasium Kamen trifft sich wieder – diesmal im Jugendfreizeitzentrum auf der Lüner Höhe. Und ich freue mich wirklich total darauf. Endlich wieder die alten Freunde sehen, quatschen, lachen, Geschichten ausgraben, die mit jedem Erzählen vermutlich ein kleines bisschen besser werden – und vor allem: den ganzen Abend zusammen feiern.

30 Jahre – und plötzlich ist 1996 wieder ganz nah
Das Schöne an solchen Treffen ist ja: Man sieht Leute vielleicht lange nicht – und nach zehn Minuten fühlt es sich trotzdem an, als hätte man sich erst letzte Woche auf dem Schulhof verabschiedet. Nur dass heute vermutlich weniger über Klausuren gesprochen wird und dafür öfter Sätze fallen wie: „Weißt du noch …?“
Und natürlich sind wir alle ein bisschen älter geworden. Das lässt sich nach 30 Jahren selbst mit sehr gutem Licht nicht vollständig wegdiskutieren. Aber ruhiger? Daran glaube ich keine Sekunde.
Am Samstag zählt nur: wiedersehen, lachen und feiern
Ich hoffe auf genau den Abend, den man sich bei einem solchen Jubiläum wünscht: viele bekannte Gesichter, jede Menge Blödsinn, alte Geschichten und neue Erinnerungen. Keine steife Jubiläumsveranstaltung, sondern ein richtig schöner Abend mit den Leuten, mit denen man einen ziemlich wichtigen Abschnitt des Lebens geteilt hat.

Und wenn frühere Nachtreffen irgendein Maßstab sind, dürfte es mit dem „wir schauen mal, wie lange wir bleiben“ ohnehin schwierig werden. Solche Sätze sind gefährlich. Vor allem, wenn irgendwann die richtige Musik läuft.
Älter? Ja. Vernünftig? Nur in Teilzeit.
Natürlich hat sich seit 1996 einiges verändert. Früher bestand das Warm-up vor einer langen Nacht aus Musik und einem Getränk. Heute könnte es sinnvoll sein, vorher einmal die Hüfte zu kreisen, die Knie vorsichtig durchzubewegen und zu hoffen, dass niemand fragt, woher dieses Knacken kam.
Wir Männer haben inzwischen außerdem einen klaren Vorteil: Graue Haare können ausgesprochen würdevoll aussehen – vorausgesetzt, es ist noch genügend Ausgangsmaterial vorhanden.
Wer nach Mitternacht noch ohne Geräusch aus einem tiefen Stuhl aufsteht, darf sich vermutlich schon als Leistungssportler bezeichnen. Und wenn um zwei Uhr morgens jemand ruft: „Einen machen wir noch!“, muss erst geklärt werden, ob ein Getränk gemeint ist oder der nächste Termin beim Orthopäden.

Aber genau das ist ja das Gute: Man darf über das Älterwerden lachen. Drei Jahrzehnte nach dem Abi muss niemand mehr so tun, als hätte er am nächsten Morgen garantiert keinerlei Folgen zu erwarten. Hauptsache, der Abend davor war es wert.
Abi 96 in 21 Sekunden: ein kleiner Vorgeschmack
Für die kleine Video-Erinnerung habe ich die drei Fotos noch einmal zusammengebracht – mit einem treibenden 90er-Dance-Sound im Stil der Zeit. Denn wenn schon 30 Jahre Abi, dann darf es musikalisch ruhig ein bisschen nach 1996 klingen.
Ich freue mich einfach riesig darauf
Am meisten freue ich mich gar nicht auf irgendeinen offiziellen Programmpunkt. Ich freue mich auf die Menschen. Auf dieses erste „Mensch, dich habe ich ja ewig nicht gesehen!“, auf das gemeinsame Lachen und auf die Momente, in denen irgendeine uralte Geschichte plötzlich wieder komplett präsent ist.
30 Jahre nach Abi 96 sind wir älter geworden – ganz klar. Aber wenn am Samstag die richtigen Leute wieder zusammen in einem Raum stehen, kann es gut sein, dass sich 1996 für ein paar Stunden plötzlich gar nicht mehr so lange her anfühlt.
Und eines ist sicher: Ruhiger sind wir nicht geworden. Wir brauchen heute nur vielleicht etwas länger, um uns am nächsten Morgen davon zu erholen.

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