Ein Treffer nach zehn Minuten, ein zweiter kurz nach der Pause. Serhou Guirassy erledigte am Dienstagabend in Baku das, was Borussia Dortmund zuletzt so schwergefallen war: Chancen in Tore verwandeln. Ohne ihn hätte der Champions-League-Abend gegen Sabah FK ganz anders ausgehen können.
Mit 2:1 (1:1) gewann der BVB am 20. Oktober 2026 beim aserbaidschanischen Klub. Das Ergebnis bringt drei wichtige Punkte. Das Spiel selbst war jedoch längst nicht so souverän, wie man es sich aus Dortmunder Sicht gegen den Champions-League-Neuling gewünscht hätte.
Frühe Führung, trotzdem keine Ruhe
Niko Kovač veränderte nach dem 0:0 bei Union Berlin seine Anfangsformation viermal und schickte unter anderem Fabio Silva, Carney Chukwuemeka, Joey Veerman und Ramy Bensebaini von Beginn an auf den Platz. Taktisch setzte er auf zwei Stürmer: Guirassy und Fabio Silva.
Das zahlte sich zunächst aus. In der 10. Minute brachte Guirassy die Gäste nach Vorlage von Felix Nmecha in Führung. Dortmund hatte in dieser Phase durchaus Möglichkeiten, die Partie früh in eine angenehmere Richtung zu lenken. Es fehlte aber wieder die Konsequenz beim Abschluss.
Sabah blieb im Spiel. In der 39. Minute erzielte Aden McCarthy nach Vorarbeit von Tymoteusz Puchacz den Ausgleich. Für Dortmund ein unnötiger Rückschlag, für den Gastgeber der Beweis, dass an diesem Abend mehr möglich war.
Guirassy trifft wieder – und Kobel muss helfen
Nach dem Seitenwechsel brauchte Dortmund erneut einen Stürmer mit einem guten Gespür für den Moment. In der 52. Minute traf Guirassy auf Zuspiel von Joey Veerman zum 2:1. Manche Spielberichte führen den Treffer in der 53. Minute – gemeint ist dieselbe Szene.
Erledigt war die Partie damit nicht. Sabah blieb mutig, Dortmunder Ballbesitzphasen wurden unruhiger, und Gregor Kobel war in mehreren Situationen gefragt. Der BVB brachte die Führung schließlich über die Zeit.
22:12 Torschüsse sprechen insgesamt für ein Chancenplus der Borussia. Trotzdem kann man nach diesem Spiel nicht einfach behaupten, die Offensive sei wieder vollständig in Ordnung. Aus guten Spielphasen wurde zu wenig gemacht, während einfache Ballverluste den Gegner immer wieder einluden.

Der Blick auf die Tabelle ist freundlicher als die Spielanalyse
Mit sechs Punkten nach drei Spielen ist Dortmund in der Ligaphase wieder auf einer deutlich besseren Ausgangsposition. Nach der Niederlage bei Bodø/Glimt war der Erfolg in Aserbaidschan wichtig, auch für die Stimmung nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen.
Man muss dabei beides aushalten können: den Sieg genießen und die Leistung trotzdem kritisch betrachten. Dortmund hat Qualität, das ist unbestritten. Gegen kompakte Gegner benötigt die Mannschaft aber mehr Präzision im letzten Drittel und längere Phasen echter Kontrolle. Ein Doppelpack von Guirassy allein kann nicht der ganze Offensivplan sein.
Jetzt zählt, was davon in der Bundesliga ankommt
Schon am Samstag, 24. Oktober, geht es mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt weiter. Dort wird sich zeigen, ob die Borussia aus dem Abend von Baku mehr mitnimmt als nur die drei Punkte. Der Rückblick auf den vergangenen Bundesliga-Spieltag zeigt, weshalb sich gerade beim Herausspielen von Torchancen etwas verbessern muss.
Im Moment überwiegt die Erleichterung. Guirassy hat den BVB aus einer unangenehmen Situation gezogen. Aber die nächste Mannschaft wird dem Dortmunder Sturm nicht automatisch mehr Platz anbieten.
Quellen: Offizieller BVB-Spielbericht vom 20. Oktober; Bundesliga.com zum Spiel. Stand: 21. Oktober 2026.

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