„Der kleine Lord“ gehört für viele inzwischen genauso zu Weihnachten wie Plätzchen und Weihnachtsbaum. Die bekannteste Verfilmung mit Ricky Schroder und Alec Guinness stammt aus dem Jahr 1980 – die Geschichte selbst ist aber deutlich älter.
Der Roman Little Lord Fauntleroy von Frances Hodgson Burnett erschien 1886. Der ursprüngliche Beitrag auf meinem Blog enthielt dazu einige Fehler und alte Sendetermine aus 2022. Deshalb habe ich ihn komplett überarbeitet.
Der kleine Lord: Zusammenfassung des Romans
Cedric Errol lebt mit seiner verwitweten Mutter in New York. Sein verstorbener Vater war ein Sohn des englischen Earl of Dorincourt. Nachdem die anderen möglichen Erben gestorben sind, wird Cedric plötzlich zum voraussichtlichen Erben des Earl und erhält den Höflichkeitstitel Lord Fauntleroy.
Der alte Earl ist alles andere als herzlich. Er lehnt Cedrics amerikanische Mutter ab und lässt sie nicht auf Schloss Dorincourt wohnen. Cedric selbst weiß von dieser Abneigung zunächst nichts. Er begegnet seinem Großvater unvoreingenommen, freundlich und mit einer Selbstverständlichkeit, die den verbitterten alten Mann langsam verändert.
Der kleine Lord verändert den Earl of Dorincourt
Genau darin liegt für mich der Kern der Geschichte: Cedric versucht nicht, seinen Großvater mit großen Reden zu bekehren. Er geht einfach davon aus, dass der Earl ein guter Mensch ist. Durch dieses Vertrauen beginnt der alte Mann tatsächlich, sich anders zu verhalten und mehr Verantwortung für die Menschen auf seinem Besitz zu übernehmen.
Später gerät Cedrics Stellung als Erbe in Gefahr, als eine Frau auftaucht und behauptet, ihr Sohn habe den älteren Anspruch auf den Titel. Die Frage, wer der rechtmäßige Erbe ist, bildet den großen Konflikt im letzten Teil der Geschichte.
Wann erschien „Der kleine Lord“?
Frances Hodgson Burnetts Geschichte erschien zunächst als Fortsetzungsroman im St. Nicholas Magazine von 1885 bis 1886. Die Buchausgabe folgte 1886. Damit ist „Der kleine Lord“ inzwischen rund 140 Jahre alt – und trotzdem funktioniert die Grundidee bis heute erstaunlich gut.
Wer den englischen Originaltext lesen möchte, findet eine gemeinfreie Ausgabe bei Wikisource.
Der kleine Lord als Film von 1980
In Deutschland ist vor allem die britische Verfilmung von Regisseur Jack Gold aus dem Jahr 1980 bekannt. Ricky Schroder spielt Ceddie Errol, Alec Guinness den Earl of Dorincourt und Connie Booth Mrs. Errol. Ebenfalls dabei sind unter anderem Eric Porter als Mr. Havisham und Colin Blakely als Hobbs.
Die ARD Degeto nennt für den Film eine Laufzeit von 98 Minuten. Gerade das Zusammenspiel zwischen dem offenen, optimistischen Ceddie und Alec Guinness als zunächst ausgesprochen grantigem Großvater macht die Verfilmung für mich bis heute sehenswert.
Der kleine Lord: Sendetermin 2026
Für Weihnachten 2026 ist bereits ein neuer Termin veröffentlicht: Nach aktuellem Stand zeigt Das Erste den Film am Samstag, 19. Dezember 2026 um 20:15 Uhr. Den jeweils aktuellen Stand findest du direkt auf der Filmseite der ARD Degeto.
Falls du für die dunkleren Abende noch mehr Klassiker suchst: In meiner Übersicht zu den 10 meistgesehenen Weihnachtsfilmen in Deutschland findest du die komplette Rangliste und die bislang bestätigten TV-Sendetermine 2026.
Warum „Der kleine Lord“ ein Weihnachtsklassiker geworden ist
Die Handlung ist eigentlich keine klassische Weihnachtsgeschichte. Trotzdem passt sie sehr gut in diese Zeit: Es geht um Familie, Vorurteile, Großzügigkeit und darum, dass ein Mensch sich verändern kann, wenn ihm jemand mit Vertrauen begegnet.
Auch deshalb funktioniert der Film jedes Jahr wieder. Man kennt die Geschichte längst, weiß genau, wie der alte Earl reagieren wird – und schaut trotzdem weiter.
Mein Fazit
„Der kleine Lord“ ist für mich weniger wegen Adel, Schloss und Erbschaft interessant, sondern wegen der Beziehung zwischen Ceddie und seinem Großvater. Der Junge sieht im Earl von Anfang an einen besseren Menschen, als dieser tatsächlich ist. Und irgendwann wächst der alte Mann genau in dieses Bild hinein.
Wenn du noch etwas Weihnachtliches lesen möchtest, findest du auf meinem Blog auch meine kleine Geschichte „Frohe Weihnachten mit Mailo“.



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