Das Haus der Stadtgeschichte in Kamen ist fertig saniert. Die Stadt meldet den Abschluss der umfangreichen Arbeiten an Fassade, Fenstern, Sandstein und Beleuchtung. Das Projekt hatte ein Gesamtvolumen von knapp 700.000 Euro; 30 Prozent davon wurden über das Denkmalförderprogramm 2024 des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Nicht einfach nur neu gestrichen
Wer bei einer Sanierung zuerst an Farbe und Gerüst denkt, unterschätzt in diesem Fall den Aufwand. Neben dem neuen Fassadenanstrich wurden Fenster instandgesetzt und beschädigte Bereiche im Sandsteingefüge ersetzt. Dafür setzte man ganze Steinblöcke in die Fassade ein, die anschließend von Steinmetzen wieder so herausgearbeitet wurden, dass sie sich in den historischen Bestand einfügen.
Das ist genau die Art von Arbeit, bei der Denkmalschutz teuer und zeitaufwendig wird – aber eben auch sichtbar macht, warum historische Gebäude nicht einfach wie ein normaler Zweckbau behandelt werden können.
Giebelkrone entstand mit 3D-Scan und Handarbeit neu
Besonders interessant finde ich die Rekonstruktion der Giebelkrone. Die dortige Kreuzblume war durch Verwitterung so stark beschädigt, dass Teile bereits fehlten. Aus einem 3D-Scan der erhaltenen Reste und historischen Fotografien wurde deshalb eine Vorlage erstellt. Die Grundform entstand anschließend mit einer CNC-Fräse; die feinen Blüten im Sandstein wurden von Hand nachbearbeitet.

Damit treffen bei einem historischen Gebäude ziemlich moderne Verfahren auf klassisches Handwerk. Gerade bei einem Haus, dessen Aufgabe es ist, Stadtgeschichte zu bewahren, passt diese Verbindung erstaunlich gut.
Auch innen wurde gearbeitet
Die Arbeiten beschränkten sich nicht auf die Außenhaut. Laut Stadt wurden die Beleuchtung innen und außen erneuert beziehungsweise ergänzt und im Gebäude Malerarbeiten ausgeführt. Damit ist die Maßnahme nicht nur eine optische Aufwertung der Fassade, sondern betrifft auch die Nutzung des Hauses selbst.
Warum die Investition für Kamen wichtig ist
Knapp 700.000 Euro sind viel Geld. Bei einem denkmalgeschützten historischen Gebäude lohnt sich aber der Blick darauf, was damit erhalten wird: nicht nur Mauerwerk, sondern ein Stück Stadtbild und ein Ort, an dem die Geschichte Kamens gesammelt und vermittelt wird. Die Landesförderung von 30 Prozent reduziert dabei den Anteil, den die Stadt selbst tragen muss.
Für mich ist vor allem die aufwendige Rekonstruktion der Giebelkrone ein schönes Beispiel dafür, dass Denkmalschutz nicht bedeutet, technische Entwicklung auszublenden. Im Gegenteil: Moderne Vermessung und Fertigung können helfen, historische Details möglichst originalgetreu zu bewahren.
Quelle: Stadt Kamen – Sanierung des Hauses der Stadtgeschichte


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