iPhone Duo für 2.299 Euro: Genialer Fortschritt oder völlig übertrieben?

Apple iPhone Duo in Sternenweiß und Nachthimmel, jeweils Vorder- und Rückseite

2.299 Euro für ein Smartphone. Ich musste bei der Zahl tatsächlich zweimal hinschauen. Apple hat mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone vorgestellt – und macht dabei keinerlei Versuch, das Gerät als bezahlbaren Einstieg in eine neue Produktklasse zu verkaufen. Das Duo ist ein Luxusgerät. Punkt.

Gleichzeitig wäre es mir zu einfach, den Preis nur als typischen Apple-Aufschlag abzutun. Denn wenn man sich anschaut, was Apple technisch gebaut hat und was vergleichbare Foldables inzwischen kosten, wird die Sache interessanter. Deshalb geht es hier nicht um einen Test – das iPhone Duo kommt erst am 23. Oktober 2026 in den Handel –, sondern um meinen ersten Eindruck nach der Vorstellung: Ist das wirklich ein großer Smartphone-Sprung oder sind 2.299 Euro schlicht zu viel?

iPhone Duo: Die wichtigsten Daten auf einen Blick

Preis in Deutschlandab 2.299 Euro
Vorbestellungab 16. Oktober 2026
Verkaufsstart23. Oktober 2026
Außendisplay5,4 Zoll Super Retina XDR
Innendisplay7,6 Zoll Super Retina XDR
ChipA20 Pro
Speicher256 GB, 512 GB, 1 TB oder 2 TB
Mobilfunkweltweit nur eSIM

Die technischen Eckdaten stammen direkt aus der deutschen Apple-Pressemitteilung zum iPhone Duo. Apple nennt für die typische gemischte Nutzung beider Displays bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit. Beide Bildschirme unterstützen ProMotion und Always-On, und später im Jahr soll auch der Apple Pencil mit USB-C unterstützt werden.

Was am iPhone Duo wirklich neu ist

Faltbare Smartphones sind natürlich nichts Neues. Samsung, Huawei und andere Hersteller bauen solche Geräte seit Jahren. Neu ist vielmehr, dass Apple das Konzept nun in sein eigenes Ökosystem zieht und iOS dafür deutlich umbaut.

Geschlossen ist das Duo mit seinem 5,4-Zoll-Display ein vergleichsweise kompaktes Smartphone. Aufgeklappt entsteht ein 7,6-Zoll-Display – also eine Fläche, auf der zwei Apps nebeneinander tatsächlich Sinn ergeben können. Apple hat dafür Split View auf das iPhone gebracht. Zwei Safari-Fenster, Slack neben einer Videokonferenz oder ein Dokument neben Notizen sind plötzlich keine Tablet-Idee mehr, sondern direkt auf dem Smartphone möglich.

iPhone Duo geschlossen mit 5,4-Zoll-Display und geöffnet mit 7,6-Zoll-Display
Das iPhone Duo geschlossen und geöffnet: außen 5,4 Zoll, innen 7,6 Zoll. Bild: Apple

Technisch finde ich vor allem interessant, dass Apple nicht einfach zwei normale Smartphone-Hälften aneinandergeklebt hat. Das Scharnier besteht laut Apple aus mehr als 100 Einzelteilen, das innere Display besitzt eine spezielle Nanotextur-Oberfläche zur Verringerung sichtbarer Falten und Reflexionen, und Touch ID wandert wegen des Formfaktors in die Seitentaste. Dazu kommen der A20 Pro, ein neues Wärmemanagement und zwei Batterien, jeweils eine auf jeder Geräteseite.

Das iPhone Duo ist für mich weniger „noch ein neues iPhone“ als Apples Versuch, Smartphone und kleines Tablet stärker miteinander zu verschmelzen.

2.299 Euro sind extrem – aber Apple steht damit nicht allein da

Der Preis bleibt trotzdem der Elefant im Raum. 2.299 Euro für die kleinste Speichervariante sind eine Summe, bei der ein Smartphone für viele Menschen schlicht aus dem normalen Kaufrahmen fällt.

Allerdings lohnt sich der Vergleich. Samsung verlangt in Deutschland für das Galaxy Z Fold8 laut eigener Preisangabe ab 1.999 Euro, das Galaxy Z Fold8 Ultra startet bei 2.199 Euro. Apples Duo liegt damit 300 Euro über dem normalen Fold8, aber nur 100 Euro über Samsungs aktuellem Ultra-Foldable. Wer den Preis des Duo völlig losgelöst betrachtet, bekommt deshalb ein etwas verzerrtes Bild: Die komplette Gerätekategorie ist inzwischen im Luxussegment angekommen.

Die aktuellen deutschen Preise der Samsung-Foldables findest du im Samsung Newsroom.

Und genau da beginnt mein Problem mit dem Preis

Nur weil die Konkurrenz ebenfalls vierstellige Summen aufruft, werden 2.299 Euro für mich nicht plötzlich vernünftig. Ein Smartphone ist für die meisten Menschen ein Alltagsgerät. Es fällt herunter, landet in Jackentaschen, liegt auf Tischen und wird jeden Tag dutzende Male in die Hand genommen. Bei einem normalen Oberklasse-Handy ist das schon teuer genug. Bei mehr als 2.000 Euro bekommt die Sache eine andere Dimension.

Hinzu kommt: Die meisten Menschen brauchen die zusätzliche Displayfläche schlicht nicht. Nachrichten, Navigation, Fotos, Banking, Musik, soziale Netzwerke und selbst Videos funktionieren auf einem normalen Smartphone hervorragend. Wer sein Handy hauptsächlich genau dafür nutzt, kauft mit dem Duo vor allem eine beeindruckende technische Möglichkeit, die im Alltag womöglich selten ausgeschöpft wird.

Gerade deshalb passt das Duo für mich hervorragend zu einer Entwicklung, über die ich gerade erst geschrieben habe: Der KI-Boom macht Smartphones und andere Elektronik ohnehin teurer. Wenn gleichzeitig immer mehr Hersteller ihre spannendsten Innovationen in Preisregionen jenseits der 1.500 oder sogar 2.000 Euro schieben, wird moderne Technik zunehmend zu etwas, das man sich bewusst leisten wollen muss.

Warum das Duo trotzdem mehr als eine teure Spielerei sein könnte

Ganz abschreiben würde ich das Gerät trotzdem nicht. Für bestimmte Nutzer kann ein großes faltbares Display wirklich einen Mehrwert haben. Wer unterwegs regelmäßig Dokumente vergleicht, zwei Apps parallel nutzt, viel liest, Videos schaut oder das Smartphone als Arbeitsgerät einsetzt, bekommt etwas, das ein klassisches iPhone so nicht bieten kann.

Auch Apples Stärke, Hardware und Software gemeinsam zu entwickeln, könnte beim Foldable wichtiger sein als bei einem normalen Smartphone. Die Geschichte faltbarer Geräte ist voll von Kompromissen: sichtbare Displayfalten, komplizierte App-Anpassungen, dicke Gehäuse oder eingeschränkte Kameras. Reuters zeichnet in einem Rückblick auf die Entwicklung der Foldables nach, wie viele Versuche die Branche seit dem FlexPai und dem ersten Galaxy Fold bereits hinter sich hat.

Apple kommt spät. Das kann ein Nachteil sein – oder genau der Grund, warum das Duo besser ausgereift wirkt als manche erste Foldable-Generation. Apple musste die Kinderkrankheiten dieser Geräteklasse nicht selbst alle zuerst entdecken.

Foldables sind noch immer eine Nische

Bei aller Aufmerksamkeit darf man außerdem nicht vergessen, dass faltbare Smartphones weltweit weiterhin ein kleiner Teil des Gesamtmarktes sind. Die Associated Press ordnet Foldables aktuell mit weniger als fünf Prozent des weltweiten Smartphone-Absatzes ein. Apple steigt also nicht in einen bereits dominierenden Massenmarkt ein, sondern versucht, eine noch immer kleine Premiumkategorie deutlich größer zu machen.

Genau das macht den Launch spannend. Wenn Apple das Duo erfolgreich verkauft, dürfte das nicht nur für Apple-Fans Folgen haben. Mehr Konkurrenz kann Displays, Scharniere und App-Unterstützung schneller verbessern – und hoffentlich irgendwann auch die Preise drücken.

Für wen könnte sich das iPhone Duo lohnen?

  • Early Adopter: Wer neue Gerätekategorien bewusst früh ausprobieren möchte und bereit ist, dafür viel Geld auszugeben.
  • Mobile Vielnutzer: Wer häufig zwei Apps gleichzeitig benötigt oder unterwegs viel liest und arbeitet.
  • Apple-Nutzer mit Tablet-Wunsch: Wer ein möglichst großes Display möchte, aber kein zusätzliches iPad mitnehmen will.
  • Technikbegeisterte: Wer das neue Formkonzept selbst spannend findet und nicht primär nach Preis-Leistung kauft.

Für jemanden, der einfach ein sehr gutes Smartphone möchte, sehe ich dagegen wenig Grund, 2.299 Euro auszugeben. Dann ist ein klassisches iPhone oder ein gutes Android-Gerät wirtschaftlich deutlich leichter zu rechtfertigen.

Mein Fazit: Genialer Fortschritt – zu einem Preis, den ich nicht zahlen würde

Das iPhone Duo finde ich technisch spannender als viele der üblichen jährlichen Smartphone-Updates. Ein größeres Display, echtes Multitasking, ein speziell angepasstes iOS und ein komplett anderer Formfaktor sind wenigstens Veränderungen, die man tatsächlich sieht und im Alltag bemerken könnte.

Aber 2.299 Euro bleiben 2.299 Euro. Für mich wäre das zu viel Geld für ein Smartphone – selbst für eines, das sich aufklappen lässt. Und gerade bei einer ersten Apple-Generation würde ich ohnehin lieber beobachten, wie sich Scharnier, Display, Akkulaufzeit und App-Unterstützung nach einigen Monaten im echten Alltag schlagen.

Deshalb ist mein erster Eindruck etwas widersprüchlich: Das iPhone Duo könnte tatsächlich einer der interessantesten Smartphone-Schritte der letzten Jahre sein. Gleichzeitig zeigt es ziemlich deutlich, wie weit sich Premiumtechnik inzwischen vom normalen Geldbeutel entfernen kann.

Wie siehst du das? Sind 2.299 Euro für ein technisch wirklich neues Smartphone vertretbar – oder ist bei einem Handy irgendwann einfach eine Preisgrenze erreicht?

Häufige Fragen zum iPhone Duo

Was kostet das iPhone Duo in Deutschland?

Das iPhone Duo startet in Deutschland bei 2.299 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Apple bietet Speichergrößen von 256 GB bis 2 TB an.

Wann erscheint das iPhone Duo?

Vorbestellungen starten am 16. Oktober 2026. Regulär erhältlich ist das iPhone Duo ab dem 23. Oktober 2026.

Wie groß ist das Display des iPhone Duo?

Geschlossen besitzt das Duo ein 5,4 Zoll großes Außendisplay. Aufgeklappt steht ein 7,6 Zoll großes Innendisplay zur Verfügung.

Unterstützt das iPhone Duo den Apple Pencil?

Ja. Apple hat angekündigt, dass das iPhone Duo später im Jahr den Apple Pencil mit USB-C auf beiden Displays unterstützen soll.

Ist das iPhone Duo teurer als Samsungs Foldables?

Ja, aber der Abstand zum aktuellen Spitzenmodell ist kleiner, als die 2.299 Euro zunächst vermuten lassen. Das Galaxy Z Fold8 startet in Deutschland bei 1.999 Euro, das Z Fold8 Ultra bei 2.199 Euro.

Quellen und weiterführende Links

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Stefan Jäkel
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