Der Seseke-Weg ist für viele Menschen in Kamen längst mehr als nur eine Verbindung entlang des Flusses. Er wird zum Radfahren, Spazierengehen und für Freizeitwege genutzt. Genau deshalb fällt die aktuelle Asphaltierung auf – und sie sorgt auch für Fragen.
Die Stadt Kamen hat gemeinsam mit den Angaben des zuständigen Lippeverbandes erklärt, warum die bisherige Oberfläche abschnittsweise ersetzt wird. Ziel ist ein Weg, der langfristig widerstandsfähiger, pflegeärmer und besser nutzbar sein soll.
Warum die bisherige Oberfläche Probleme macht
Der bisherige wassergebundene Belag ist vergleichsweise empfindlich. Starkregen kann Material auswaschen, längere Trockenphasen können ebenfalls Schäden verursachen. Dadurch sind immer wieder Unterhaltungsarbeiten nötig.
Der Lippeverband setzt deshalb auf eine Bauweise mit Bitumen und Splitt, die aus dem Forstwirtschaftswegebau bekannt ist. Sie soll Risse besser überbrücken und den Weg stabiler machen.
Heller Splitt statt klassischer schwarzer Asphalt
Der neue Belag soll am Ende nicht wie eine typische dunkle Straße aussehen. Auf die Asphaltfläche wird eine helle Splittschicht aufgebracht. Das hat mehrere Gründe: Die Oberfläche heizt sich weniger stark auf, wirkt im Landschaftsraum unauffälliger und bleibt bewusst etwas rauer.
Nach Angaben des Lippeverbandes hat die geringere Erwärmung auch Vorteile für Tiere und Kleinstlebewesen. Gleichzeitig soll der Weg für Fahrräder angenehmer befahrbar sein, ohne dadurch zu einer schnellen Rennstrecke zu werden.
Was passiert mit Regenwasser?
Ein häufiger Einwand bei Asphalt in einem Naturraum ist die Frage nach der Versiegelung. Laut Stadt und Lippeverband wird das Oberflächenwasser über die seitlichen Bankette abgeführt. Die Maßnahme betrifft zudem die bereits vorhandenen Wegeflächen und nicht das renaturierte Gewässerbett der Seseke.
Der Zielkonflikt bleibt nachvollziehbar
Trotz der technischen Begründung ist verständlich, dass Asphalt in einem renaturierten Landschaftsraum zunächst widersprüchlich wirkt. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob der Weg komfortabler wird, sondern ob die gewählte Bauweise dauerhaft tatsächlich weniger Eingriffe und Reparaturen notwendig macht.
Wenn die Oberfläche länger hält und nach Starkregen nicht regelmäßig ausgebessert werden muss, kann das am Ende durchaus ein Vorteil sein. Die Wirkung wird sich aber erst nach einigen Jahren zuverlässig beurteilen lassen.
Die ausführlichen Fragen und Antworten zur Maßnahme hat die Stadt Kamen veröffentlicht. Dort verweist sie auch auf weitere Informationen des Lippeverbandes. Passend zum Thema: Am 2. und 3. Oktober 2026 kehrt das Stadtleuchten Kamen 2026 an die Seseke und in die Innenstadt zurück. Weitere lokale Beiträge findest du in meiner Kategorie Aus der Heimat.

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