BARF und Hygiene: Rohes Fleisch sicher lagern, vorbereiten und füttern

Rohes Fleisch auf einer Arbeitsfläche mit Messer

Wer BARF füttert, arbeitet regelmäßig mit rohem Fleisch – und damit mit einem Lebensmittel, das Keime wie Salmonellen, Campylobacter oder bestimmte Escherichia-coli-Stämme tragen kann. Für einen gesunden erwachsenen Hund muss das nicht automatisch zu einer Erkrankung führen. Das Hygienerisiko betrifft aber nicht nur den Napf, sondern auch Hände, Arbeitsflächen, Messer, Kühlschrank und Menschen im Haushalt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist seit Jahren darauf hin, dass rohes Fleisch eine Quelle für zoonotische und teilweise antibiotikaresistente Keime sein kann. Bei BARF kommt deshalb der Küchenhygiene besondere Bedeutung zu.

Kühlkette so kurz wie möglich unterbrechen

Tiefgekühltes BARF sollte bis zur Verwendung zuverlässig gefroren bleiben. Zum Auftauen gehört es in den Kühlschrank und nicht stundenlang auf die warme Küchenarbeitsplatte. Auftauflüssigkeit kann Keime enthalten und sollte weder auf andere Lebensmittel noch auf Arbeitsflächen gelangen.

Verwende am besten einen geschlossenen oder zumindest gut abgedeckten Behälter und stelle ihn im Kühlschrank so, dass nichts auf verzehrfertige Lebensmittel tropfen kann.

Getrennte Arbeitsgeräte machen vieles einfacher

Ein eigenes Schneidebrett und möglichst auch eigene Messer oder Schüsseln für rohes Tierfutter helfen, Kreuzkontamination zu vermeiden. Nach der Zubereitung sollten Hände, Werkzeuge und Arbeitsflächen gründlich gereinigt werden. Besonders wichtig ist dabei, nicht mit ungewaschenen Händen anschließend Türklinken, Wasserhähne, Gewürzdosen oder das Smartphone anzufassen.

Der Napf gehört ebenfalls zur Hygienekette

Reste von rohem Futter sollten nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur stehen bleiben. Nach der Mahlzeit den Napf leeren und gründlich reinigen. Auch Futterunterlagen oder Löffel, mit denen portioniert wurde, nicht vergessen.

Wer Portionen vorbereitet, sollte sie sauber und eindeutig verpacken, im Kühlschrank nur so lange lagern wie hygienisch vertretbar und nicht mehrfach erwärmen, antauen und wieder einfrieren.

Besondere Vorsicht bei empfindlichen Menschen im Haushalt

In Haushalten mit kleinen Kindern, älteren Menschen, Schwangeren oder Personen mit geschwächtem Immunsystem sollte das Risiko besonders sorgfältig abgewogen werden. Die WSAVA nennt die mögliche Belastung von rohen fleischbasierten Rationen mit Krankheitserregern ausdrücklich als einen zentralen Nachteil und weist auch auf die mögliche Ausscheidung von Keimen über den Hund hin.

Rohes Geflügel verdient besondere Aufmerksamkeit

Das BfR weist insbesondere bei rohem Hähnchen- und Putenfleisch auf eine häufige Belastung mit Bakterien hin, darunter auch resistente Keime. Küchenutensilien und Hände können diese Bakterien leicht auf andere Lebensmittel übertragen. Was für die menschliche Küche gilt, ist daher auch bei der BARF-Zubereitung sinnvoll: Kontaktflächen sauber halten und rohe Zutaten konsequent von verzehrfertigen Lebensmitteln trennen.

Hygiene-Checkliste beim BARFen

  • Fleisch im Kühlschrank statt auf der Arbeitsplatte auftauen.
  • Auftauflüssigkeit auffangen und Kontakt mit anderen Lebensmitteln vermeiden.
  • Eigene Bretter, Schüsseln und möglichst eigene Utensilien verwenden.
  • Hände nach jedem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich waschen.
  • Arbeitsflächen und Werkzeuge unmittelbar reinigen.
  • Napf nach der Mahlzeit säubern und Futterreste nicht lange stehen lassen.
  • Rohe Tierprodukte getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln lagern.
  • Bei Risikopersonen im Haushalt besonders streng auf Hygiene achten.

Rohfütterung braucht ein eigenes Hygienekonzept

BARF ist in der Küche eher mit der Verarbeitung von rohem Fleisch als mit dem Öffnen einer Dose Fertigfutter vergleichbar. Wer diese einfache Grundidee im Kopf behält, reduziert viele vermeidbare Risiken: kalt lagern, sauber trennen, Hände und Flächen reinigen und nichts unnötig lange offen stehen lassen.

Quellen: WSAVA: Raw Meat Based Diets for Pets, FEDIAF: Raw Feeding sowie Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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Stefan Jäkel
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