Der 3. Bundesliga-Spieltag hat schon früh gezeigt, wie schnell sich in einer jungen Saison erste Geschichten entwickeln. Freiburg und Borussia Dortmund stehen nach drei Siegen ganz oben, Bayern muss beim starken Aufsteiger Elversberg hart arbeiten, Leipzig schießt sich den Frust von der Seele – und beim HSV sowie in Mönchengladbach wird die Lage bereits ziemlich ungemütlich.
Aus Dortmunder Sicht war das Wochenende natürlich besonders erfreulich: Der BVB gewann 3:0 gegen Paderborn und steht mit neun Punkten perfekt da. Das Spiel selbst habe ich bereits ausführlicher im Beitrag „BVB schlägt Paderborn 3:0: Schlotterbeck ist zurück, Nmecha trifft spektakulär“ eingeordnet. Hier soll es deshalb vor allem darum gehen, was der komplette Spieltag über die frühe Lage der Liga erzählt.
Alle Ergebnisse des 3. Spieltags
| Spiel | Ergebnis |
|---|---|
| Union Berlin – Schalke 04 | 1:3 |
| Borussia Dortmund – SC Paderborn | 3:0 |
| TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart | 2:1 |
| SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach | 5:0 |
| FC Augsburg – Bayer Leverkusen | 2:2 |
| 1. FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt | 1:3 |
| 1. FC Köln – Werder Bremen | 1:1 |
| RB Leipzig – Hamburger SV | 5:0 |
| SV Elversberg – Bayern München | 1:2 |
Freiburg und Dortmund setzen das erste Ausrufezeichen
Nach drei Spieltagen sind nur noch zwei Mannschaften ohne Punktverlust: der SC Freiburg und Borussia Dortmund. Freiburg führt wegen der besseren Tordifferenz, nachdem Gladbach mit 5:0 aus dem Europa-Park Stadion geschossen wurde. Yannik Engelhardt und Igor Matanović trafen jeweils doppelt, Maximilian Eggestein setzte den Schlusspunkt.
Beim BVB liest sich die Bilanz ebenfalls makellos. Fábio Silva traf gegen Paderborn schon in der fünften Minute, Felix Nmecha entschied das Spiel mit zwei späten Treffern – der zweite davon per Fallrückzieher. Dazu kam das Comeback von Nico Schlotterbeck. Das 3:0 war vielleicht nicht über 90 Minuten ein Feuerwerk, aber genau solche Spiele muss eine Mannschaft gewinnen, wenn sie oben mitspielen will.

Natürlich sind neun Punkte nach drei Spielen noch keine Titelansage. Aber der Start ist für Dortmund trotzdem bemerkenswert, weil die Mannschaft bislang unterschiedliche Aufgaben lösen konnte. Und im direkten Vergleich mit Bayern fällt eben auf: Der Rekordmeister hat bereits Punkte liegen lassen, Dortmund noch nicht.
Bayern gewinnt – aber Elversberg macht es richtig schwer
Der FC Bayern holte am Sonntagabend einen 2:1-Sieg bei der SV Elversberg. Auf dem Papier klingt das nach Pflichtaufgabe erledigt. Auf dem Platz war es deutlich unangenehmer.
Lennart Karl brachte die Münchner in der 26. Minute in Führung. Elversberg blieb aber mutig, glich durch Maurice Krattenmacher in der 61. Minute aus und zeigte erneut, warum der Aufsteiger nach den Siegen gegen Leverkusen und Gladbach so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Erst Harry Kane entschied die Partie in der 72. Minute mit dem 2:1.
Für Bayern sind die drei Punkte wichtig, spielerisch war das aber keine Demonstration. Elversberg zwang den Favoriten zu echter Arbeit und hatte sogar Möglichkeiten, noch einmal zurückzukommen. Der Aufsteiger verliert erstmals, wirkt nach drei Spieltagen aber keineswegs wie eine Mannschaft, die nur auf ein kurzes Bundesliga-Abenteuer aus ist.
Leipzig schießt den HSV noch tiefer in die Krise
RB Leipzig brauchte nach einem schwierigen Saisonstart dringend ein Erfolgserlebnis – und bekam es beim 5:0 gegen den Hamburger SV. Tidiam Gomis, Antonio Nusa, Willi Orbán, Christopher Nkunku und Rômulo trafen für die Sachsen.
Für den HSV dagegen wird der Start langsam alarmierend. Nach drei Spieltagen stehen null Punkte und 0:12 Tore. Besonders bitter: Nach dem 0:5 gegen Mainz kassierten die Hamburger direkt das nächste 0:5. So früh in einer Saison sollte niemand in Panik geraten, aber zwei derart deutliche Niederlagen hintereinander lassen sich auch nicht einfach wegmoderieren.
Gladbach: 0:5 – und die Krise hat sofort Folgen
Noch härter traf es Borussia Mönchengladbach. Das 0:5 in Freiburg war die dritte Niederlage im dritten Ligaspiel. Kapitän Tim Kleindienst sah zudem Gelb-Rot. Einen Tag nach dem Debakel zog der Verein die Konsequenz und trennte sich von Trainer Eugen Polanski; Jan-Moritz Lichte übernimmt zunächst interimistisch.
Das ist nach gerade einmal drei Spieltagen ein drastischer Schritt, zeigt aber, wie viel Druck sich am Niederrhein bereits aufgebaut hatte. Freiburg dagegen kann kaum besser starten: neun Punkte, 10:1 Tore und damit Platz eins.
Augsburg verpasst den perfekten Start, Leverkusen rettet spät einen Punkt
Der FC Augsburg hätte ebenfalls mit neun Punkten starten können. Gegen Bayer Leverkusen wurde daraus aber nichts. Christian Kofane brachte die Werkself in Führung, Michael Gregoritsch drehte die Partie mit einem Doppelpack innerhalb weniger Minuten – und Patrik Schick rettete Leverkusen in der 89. Minute das 2:2.
Augsburg bleibt mit sieben Punkten trotzdem eine der positiven Überraschungen der ersten Wochen. Leverkusen wiederum stabilisiert sich nach dem Fehlstart zumindest etwas, auch wenn vier Punkte aus drei Spielen kaum dem eigenen Anspruch entsprechen dürften.
Frankfurt gewinnt das Derby, Hoffenheim schlägt Stuttgart
Eintracht Frankfurt feierte beim 3:1 in Mainz den ersten Ligaspiel-Sieg der Saison. Can Uzun traf doppelt, Jonathan Burkardt steuerte gegen seinen früheren Klub ebenfalls ein Tor bei. Auffällig war außerdem Torhüter Noah Atubolu, der erneut einen Elfmeter parierte.
Hoffenheim holte beim 2:1 gegen den VfB Stuttgart ebenfalls den ersten Dreier. Adam Hložek traf zweimal für die TSG, Maximilian Mittelstädt hatte zwischenzeitlich für Stuttgart ausgeglichen. Für den VfB ist es bereits die zweite Niederlage in drei Ligaspielen.
Schalke überrascht bei Union, Köln und Bremen teilen die Punkte
Aufsteiger Schalke 04 gewann am Freitagabend mit 3:1 bei Union Berlin. Robin Gosens traf ausgerechnet gegen seinen früheren Verein, Adil Aouchiche erhöhte kurz nach der Pause. Union kam tief in der Nachspielzeit durch Tim Skarke heran, ehe Maximilian Wöber mit dem 3:1 endgültig alles klar machte.
Im Samstagabendspiel trennten sich Köln und Bremen 1:1. Linton Maina brachte den FC früh in Führung, Niclas Füllkrug glich für Werder aus. Emotional wurde es außerdem durch das Comeback von Mitchell Weiser nach langer Verletzungspause.
Die frühe Spitze nach drei Spieltagen
| Platz | Verein | Punkte | Tore |
|---|---|---|---|
| 1. | SC Freiburg | 9 | 10:1 |
| 2. | Borussia Dortmund | 9 | 8:2 |
| 3. | FC Augsburg | 7 | 9:3 |
| 4. | FC Bayern München | 7 | 7:2 |
| 5. | RB Leipzig | 6 | 9:3 |
| 6. | SV Elversberg | 6 | 8:7 |
Die Tabelle ist nach drei Runden natürlich nur eine Momentaufnahme. Trotzdem sieht man bereits interessante Tendenzen: Freiburg und Dortmund sind perfekt gestartet, Augsburg hält sich überraschend weit oben, Elversberg bestätigt seinen starken Auftakt – während Gladbach und der HSV früh unter erheblichem Druck stehen.
Mein Fazit zum Spieltag
Aus BVB-Sicht kann man mit diesem Wochenende ziemlich zufrieden sein. Dortmund gewinnt sein eigenes Spiel souverän genug, Bayern muss sich in Elversberg deutlich mehr strecken und die Konkurrenz sortiert sich teilweise erst noch. Freiburg ist aktuell völlig verdient Tabellenführer, aber der BVB steht punktgleich direkt dahinter.
Was mir an diesem Spieltag fast noch besser gefällt: Die Liga liefert früh sehr unterschiedliche Geschichten. Elversberg spielt mutig, Freiburg startet furios, Augsburg mischt oben mit, Schalke holt seinen ersten Sieg – und zugleich geraten Traditionsklubs wie Gladbach und der HSV sofort in Schwierigkeiten. Nach drei Spieltagen ist noch nichts entschieden. Langweilig ist die Saison aber definitiv nicht.
Wie siehst du den Start? Ist Freiburg aktuell die größte Überraschung – oder macht dir als Fußballfan vor allem Elversberg Spaß?


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