5. Bundesliga-Spieltag: BVB verspielt Sieg, Freiburg übernimmt die Spitze – alle 35 Tore

Fußballspiel in einem voll besetzten Stadion als Symbolbild für die Bundesliga

Noch fünf Minuten reguläre Spielzeit. Borussia Dortmund führt gegen Werder Bremen 2:0, das fünfte Bundesliga-Spiel scheint gewonnen. In einem Stadion mit 81.365 Menschen müsste jetzt eigentlich die Vorfreude auf den nächsten Dreier überwiegen. Doch nur sieben Minuten später steht es 2:2. Ausgerechnet Niclas Füllkrug, der früher selbst für den BVB stürmte, hat den Ausgleich erzielt. Was für ein bitteres Ende.

Der 5. Bundesliga-Spieltag vom 9. bis 11. Oktober 2026 hatte allerdings auch anderswo einiges zu bieten: ein 6:0 in Leipzig, ein wildes 4:3 in Mainz, einen Augsburger Punkt gegen Bayern und einen neuen Tabellenführer. Insgesamt 35 Tore. Und Dortmund? Nach vier Siegen zum Saisonstart ist die Mannschaft von Niko Kovač weiterhin ungeschlagen, hat aber mit diesem Remis die Tabellenführung an Freiburg abgegeben.

Dortmund gegen Werder: Der Sieg war eigentlich schon eingepackt

Lange sah es nach einem dieser Spiele aus, in denen der Favorit viel Ballbesitz hat, aber den entscheidenden Zug zum Tor vermissen lässt. Zur Pause stand es 0:0. Bremen hielt dagegen, Dortmund mühte sich und brauchte viel Geduld. Nach der Länderspielpause war das spielerisch zunächst keine Gala.

In der 80. Minute fiel dann endlich das 1:0. Daniel Svensson traf nach Vorarbeit von Fabio Silva. Fünf Minuten später köpfte Nico Schlotterbeck nach einer Vorlage von Konstantinos Karetsas das 2:0. Zweimal jubelte der Signal Iduna Park – und wohl kaum jemand rechnete noch damit, dass hier zwei Punkte liegen bleiben würden.

Aber Bremen blieb dran. Ludovit Reis verkürzte in der 88. Minute auf 2:1. In der zweiten Minute der Nachspielzeit legte Marco Grüll einen Freistoß herein, Niclas Füllkrug setzte sich durch und köpfte zum 2:2 ein. Dortmund ließ sich den Sieg im allerletzten Moment wegnehmen.

Was daran so ärgert, ist weniger das Unentschieden an sich. Auch eine Spitzenmannschaft spielt einmal remis. Die eigentliche Frage ist, wie eine 2:0-Führung in der Schlussphase so schnell zerbricht. War Dortmund nach dem zweiten Tor schon im Kopf beim Abpfiff? Fehlte in den entscheidenden Zweikämpfen die Konsequenz? Solche Fragen wird sich auch Kovač stellen müssen. Natürlich darf man Bremens Moral nicht unterschätzen: Zwei Treffer binnen weniger Minuten gegen den bis dahin makellosen Tabellenführer sind eine starke Antwort.

Wer den Ablauf im Detail nachlesen möchte, findet den offiziellen BVB-Spielbericht. Für mich bleibt nach diesem Abend ein zwiespältiges Gefühl: 13 Punkte aus fünf Partien sind sehr ordentlich. Aber dieses 2:2 fühlt sich eher nach einer verpassten Gelegenheit als nach einem gewonnenen Punkt an.

Die vier Tore im Signal Iduna Park

MinuteTorschützeSpielstand
80.Daniel Svensson (BVB)1:0
85.Nico Schlotterbeck (BVB)2:0
88.Ludovit Reis (Bremen)2:1
90.+2Niclas Füllkrug (Bremen)2:2
Fußballspieler bei einem Schuss unter Flutlicht – freies Symbolbild, keine Aufnahme vom BVB-Spiel
Fußball unter Flutlicht. Symbolbild, nicht vom Spiel Dortmund gegen Bremen. Foto: Riccardo Bernucci / Unsplash.

Alle neun Ergebnisse auf einen Blick

Bevor es um die weiteren Geschichten des Spieltags geht, hier alle Begegnungen. Das Freitagsspiel in Dortmund gehört zum Rückblick dazu – auch wenn sich die meisten Partien am Samstag und Sonntag abspielten.

PartieErgebnis
Borussia Dortmund – Werder Bremen2:2
TSG Hoffenheim – Hamburger SV2:3
FC Augsburg – FC Bayern München2:2
1. FSV Mainz 05 – Bayer Leverkusen3:4
Union Berlin – SV Elversberg1:0
SC Paderborn 07 – VfB Stuttgart0:2
RB Leipzig – Eintracht Frankfurt6:0
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach2:1
SC Freiburg – FC Schalke 042:1

Leipzig trifft sechsfach – und die Eintracht findet keine Antwort

Ein halbes Dutzend Gegentore für Eintracht Frankfurt: RB Leipzig schoss die Gäste am Samstagabend mit 6:0 aus dem Stadion. Schon nach einer Minute traf Ezechiel Banzuzi zum 1:0. Christopher Nkunku erhöhte in der 5. Minute und legte kurz vor der Pause zwei weitere Treffer nach (41. und 44.). Damit stand sein Hattrick bereits zur Halbzeit fest.

Antonio Nusa (54.) und Tidiam Gomis (89.) machten das Ergebnis komplett. Für Leipzig war das ein bemerkenswerter Befreiungsschlag, für Frankfurt ein Abend, der in der Aufarbeitung unangenehm werden dürfte. Nach fünf Spielen steht die Eintracht mit nur fünf Punkten und 9:16 Toren im unteren Tabellendrittel.

Auch die Bayern lassen Punkte liegen

Das frühe 1:0 durch Robin Fellhauer nach nur einer Minute gab Augsburg Rückenwind. Bayern brauchte bis zur 55. Minute für den Ausgleich durch Ismael Saibari, kassierte dann aber in der 64. Minute das 2:1 durch Rodrigo Ribeiro. Erst Nathaniel Brown rettete München in der 80. Minute noch das 2:2.

Für den FC Bayern ist der Punktverlust im Titelrennen kein Grund zur Panik, zumal das Team weiter ungeschlagen ist. Auffällig ist aber: Nach fünf Partien liegen die Münchner mit elf Punkten zwei Zähler hinter Freiburg und Dortmund. Die Liga ist an der Spitze enger, als man vielleicht nach dem deutlichen Bayern-Sieg am vorigen Spieltag erwartet hätte.

Mainz und Leverkusen liefern ein Sieben-Tore-Spiel

Bayer Leverkusen erwischte in Mainz einen Start nach Maß: Robert Andrich traf schon in der 5., Patrik Schick in der 9. Minute. Der FSV kämpfte sich mit einem Doppelpack von Anthony Caci (33./42.) noch vor der Pause zurück. Nach dem Wechsel brachten Jarell Quansah (55.) und Moussa Diaby (65.) die Gäste erneut mit zwei Toren in Front.

Benedict Hollerbachs Treffer in der 90.+2 Minute zum 3:4 machte es noch einmal spannend, blieb aber der letzte Treffer. Für Leverkusen waren das drei wichtige Punkte im Kampf um die ersten Plätze. Mainz zeigte Moral, ging trotz dreier eigener Tore jedoch leer aus.

Der HSV dreht die Partie in Hoffenheim

Yussuf Poulsen brachte Hamburg in der 12. Minute in Führung. Kurz vor der Pause glich Hoffenheim durch ein Eigentor von Sebastiaan Bornauw aus (45.+6), in der 53. Minute drehte Bambasé Conté die Begegnung zum 2:1 für die TSG. Doch der HSV kam noch einmal zurück: Terem Moffi traf in der 83. Minute, und in der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte Miro Muheim das umjubelte 3:2.

Es war ein Sieg, der dem HSV im Tabellenkeller erst einmal Luft verschafft. Hoffenheim dagegen verlor zum vierten Mal im fünften Ligaspiel. Manchmal erzählen die letzten zehn Minuten eben mehr über eine Mannschaft als die erste Stunde.

Union Berlin gewinnt – und Stuttgart holt einen Auswärtssieg

Union Berlin setzte sich mit 1:0 gegen Aufsteiger SV Elversberg durch. Livan Burcu erzielte in der 81. Minute das einzige Tor. Damit holte Union drei dringend benötigte Punkte, bleibt wegen des schwachen Torverhältnisses aber auf dem Relegationsplatz. Für die nächste Dortmunder Auswärtsaufgabe ist das Ergebnis nicht uninteressant: Union weiß jetzt wieder, wie sich ein Sieg anfühlt.

In Paderborn gewann der VfB Stuttgart mit 2:0. Jeff Chabot brachte die Schwaben in der 25. Minute in Führung, Chris Führich entschied die Begegnung in der 83. Minute. Stuttgart konnte nach der knappen Niederlage gegen Dortmund am vorigen Spieltag wieder punkten.

Köln jubelt im Derby – Gladbach wartet weiter

Der 1. FC Köln hat das Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Isak Jóhannesson erzielte in der 26. Minute die Führung, Joseph Scally glich in der 39. Minute aus. Saïd El Mala sorgte mit dem 2:1 in der 67. Minute für die Entscheidung.

Für Gladbach ist die Lage nach fünf Niederlagen in fünf Spielen bereits ausgesprochen ernst. Null Punkte, 7:18 Tore. Ein Trainerwechsel allein macht aus diesen Zahlen noch keine stabile Mannschaft. Für Köln war der Derbysieg dagegen ein wichtiger emotionaler und sportlicher Erfolg.

Freiburg macht es in Unterzahl und steht plötzlich ganz oben

Der SC Freiburg übernahm am Sonntag mit einem hart erkämpften 2:1 gegen Schalke 04 die Tabellenführung. Maximilian Eggestein brachte den Sport-Club in der 10. Minute nach vorn, Adrian Gantenbein glich für die Gäste in der 30. Minute aus. In der 64. Minute sah Yuito Suzuki Gelb-Rot; Freiburg musste den Rest der Partie in Unterzahl bestreiten.

Trotzdem gelang dem eingewechselten Keisuke Goto in der 85. Minute das Siegtor. Freiburger Jubel – und ein Seitenblick aus Dortmund auf die Tabelle. Beide Teams haben nun 13 Punkte. Weil Freiburg mit 14:4 Toren die bessere Tordifferenz als Dortmund (11:4) vorweisen kann, zieht der SC auf Platz eins.

Die Bundesliga-Tabelle nach fünf Spieltagen

Stand nach dem letzten Sonntagsspiel am 11. Oktober 2026. Quelle: DFB-Datencenter.

Pl.VereinSp.TorePkt.
1SC Freiburg514:413
2Borussia Dortmund511:413
3FC Bayern München516:411
4Bayer Leverkusen514:810
5RB Leipzig515:59
6FC Augsburg513:88
7Werder Bremen510:108
81. FSV Mainz 05513:107
9SV Elversberg58:87
101. FC Köln58:107
11VfB Stuttgart58:96
12Hamburger SV55:156
13FC Schalke 0454:65
14Eintracht Frankfurt59:165
15SC Paderborn 0753:74
16Union Berlin55:174
17TSG Hoffenheim59:133
18Borussia Mönchengladbach57:180

Das Auffälligste daran: An der Spitze stehen zwei noch ungeschlagene Teams mit je 13 Punkten, dahinter folgen die ebenfalls ungeschlagenen Bayern. Ganz unten hat Gladbach dagegen noch nicht einen einzigen Punkt. Viel ist nach fünf Partien natürlich noch nicht entschieden. Aber erste Tendenzen lassen sich kaum übersehen.

Für Dortmund geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter

Am Mittwoch, 14. Oktober, wartet auf den BVB zunächst die Champions-League-Reise zu FK Bodø/Glimt (21 Uhr). Schon am Samstag, 17. Oktober, um 15.30 Uhr steht das Bundesliga-Auswärtsspiel bei Union Berlin an. Danach folgen in der Liga Frankfurt zu Hause (24. Oktober) und die schwere Reise zum FC Bayern (31. Oktober). Die Terminübersicht des BVB zeigt, wie dicht dieser Oktober tatsächlich ist.

Gerade deshalb wäre der fünfte Ligasieg gegen Bremen so wertvoll gewesen. Union wird zu Hause alles investieren, und spätestens in München warten Prüfungen, die weniger verzeihen als eine hektische Schlussphase gegen Werder. Immerhin: Der BVB ist nach fünf Spieltagen weiter ungeschlagen. Man darf nur nicht übersehen, dass gerade die vermeidbaren Punktverluste am Saisonende schmerzen können.

Im Rückblick auf den vierten Spieltag war die Stimmung noch eine ganz andere: Dortmund stand nach vier Siegen aus vier Spielen allein ganz oben. Dieser Vergleich zeigt, wie schnell sich die Wahrnehmung im Fußball verändert. Und vielleicht ist das auch das eigentlich Interessante an diesem Wochenende.

Ein Spieltag, der noch nachwirkt

Ein spätes Werder-Comeback in Dortmund, ein später HSV-Sieg, Freiburgs Sieg in Unterzahl und eine Leipziger Torlawine: Langweilig war dieser Spieltag wahrlich nicht. Die 35 Tore sind dabei nur eine Zahl. Entscheidend sind die Geschichten dahinter – und aus Dortmunder Sicht vor allem die Frage, ob der BVB beim nächsten Mal eine scheinbar sichere Führung konsequenter über die Zeit bringt.

Quellen: DFB-Datencenter: alle Spiele, Torschützen und Tabelle des 5. Spieltags; Borussia Dortmund: Spielbericht zum 2:2 gegen Bremen; Bundesliga: Spieltag 5, Saison 2026/27; BVB: Terminansetzungen der Spieltage 5 bis 11. Stand: 13. Oktober 2026.

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