Fußball, NS-Zeit und Verantwortung: Lesung zu Heinrich Peuckmann am 7. November in Heeren

Fußballspiel in einem voll besetzten Stadion als Symbolbild für die Bundesliga

Zwei Fußballer gewinnen 1923 gemeinsam mit dem Hamburger SV die deutsche Meisterschaft. Jahre später steht der eine auf der Seite des NS-Terrors, der andere wird von den Nationalsozialisten verfolgt. Aus dieser erschütternden Entwicklung ist eine Erzählung geworden, die am 7. November in Kamen-Heeren als szenische Lesung auf die Bühne kommt.

Das Stück heißt „Wenn spielt der Harder Tull“ und beruht auf einer Erzählung aus dem 2019 erschienenen Buch „Gefährliches Spiel. Fußball um Leben und Tod“ des Kamener Autors Heinrich Peuckmann. Die VHS Kamen-Bönen lädt dazu ins Haus der Bildung ein.

Früher Mitspieler – später Täter und Verfolgter

Im Mittelpunkt stehen Otto „Tull“ Harder und Asbjørn Halvorsen. Beide spielten lange für den HSV. Harder wurde 1933 SS-Mitglied und später Kommandant des Konzentrationslagers Neuengamme. Halvorsen trainierte in den 1930er-Jahren die norwegische Nationalmannschaft, wurde 1942 von der Gestapo verhaftet und ebenfalls im KZ Neuengamme inhaftiert.

Fußballspiel im Flutlicht als Symbolbild, keine historische Aufnahme von Harder oder Halvorsen
Symbolbild aus der heutigen Fußballwelt, keine historische Aufnahme. Motiv aus der Mediathek / Unsplash.

Die Lesung verbindet historische Tatsachen mit erfundenen Gesprächen der beiden Männer. Wichtig ist dieser Unterschied: Die Dialoge sind literarisch gestaltet, nicht überlieferte Wortprotokolle. Das Thema geht weit über Fußball hinaus – es geht um Verantwortung, um Mitmachen und um die Frage, wie Menschen mit Unrecht umgehen.

Der Eintritt ist frei – anmelden solltest du dich trotzdem

Beginn ist am Samstag, 7. November 2026, um 18 Uhr. Einlass ist ab 17:45 Uhr. Nach Angaben der Stadt Kamen ist der Eintritt kostenlos, die VHS bittet aber um Anmeldung über vhs-kamen-boenen.de unter der Kursnummer 262-6103. Zu den Mitwirkenden gehören Bernhard Büscher, Daniel Heidler, Ralf Eisenhardt und Reinhard Fehling.

Für alle, die sich für Kamener Literatur, Fußballgeschichte oder die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit interessieren, ist das eine ungewöhnliche Kombination. Die historischen Hintergründe machen zugleich klar: Das ist keine unbeschwerte Sportlesung.

Quelle: Stadt Kamen / VHS, Pressemitteilung vom 28. Oktober 2026. Stand der Recherche: 29. Oktober 2026.

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