Bayern gegen Dortmund 2:2: Fábio Silva rettet dem BVB spät einen Punkt

Blick auf die Allianz Arena in München, Spielort des Bundesliga-Klassikers Bayern gegen Borussia Dortmund

89. Minute. Bayern führt mit 2:1, der BVB rennt immer noch an – und dann ist Fábio Silva da. Ausgleich! In München, so kurz vor Schluss. Wer vor dem Anpfiff dachte, die Dortmunder würden gegen Bayerns Offensive irgendwann einknicken, wurde an diesem Halloween-Abend eines Besseren belehrt.

Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben sich am Samstag, 31. Oktober 2026, in der Allianz Arena 2:2 (1:0) getrennt. Dortmund lag zweimal zurück und kam zweimal wieder. Das war nicht über 90 Minuten der schönste Fußball, den der BVB in dieser Saison gespielt hat. Aber es war ein ziemlich überzeugender Beweis, dass diese Mannschaft auch dann nicht aufgibt, wenn es unangenehm wird.

Erst der Schreck um das aberkannte Tor, dann Bayerns Führung

Dabei hätte Dortmund in der ersten Halbzeit durchaus selbst in Führung gehen können. In der 34. Minute brachte Jobe Bellingham den Ball über die Linie. Der Jubel hielt allerdings nicht lange. Schiedsrichter Tobias Stieler überprüfte die Szene nach Hinweis des Videoassistenten und nahm den Treffer zurück: Carney Chukwuemeka hatte aus einer Abseitsposition heraus Bayern-Torwart Jonas Urbig bei dessen Abwehrversuch behindert. Auch wenn Chukwuemeka den Ball nicht selbst berührte, griff er damit ins Spiel ein. Eine ärgerliche Szene, aber die Begründung der Entscheidung ist nachvollziehbar.

Vier Minuten später schlug Bayern zu. Konrad Laimer traf in der 38. Minute zum 1:0. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der sich der BVB keineswegs verstecken musste. Auch Gregor Kobel hatte zuvor wieder gezeigt, warum er für Dortmund so wichtig ist. Die Münchner mussten ihrerseits schon vor der Pause Ismael Saibari und Serge Gnabry verletzungsbedingt auswechseln. Welche Folgen das hat, war direkt nach dem Spiel noch nicht sicher.

Kane trifft die Latte – Guirassy trifft ins Tor

Nach der Pause hätte Bayern den Vorsprung ausbauen können. Harry Kane trat in der 56. Minute zum Handelfmeter an, setzte den Ball aber an die Latte. Das war so ein Moment, in dem du als Dortmunder denkst: Vielleicht ist heute doch etwas drin.

Und tatsächlich. In der 60. Minute gelang Serhou Guirassy nach Vorarbeit von Chukwuemeka das 1:1. Endlich belohnte sich Schwarzgelb für die Arbeit gegen den Ball und die Versuche, nach vorne zu kommen. Nur hielt die Freude nicht lange: Bereits in der 66. Minute brachte Dayot Upamecano die Bayern nach einer Ecke und einer Kopfballvorlage von Kane erneut in Führung. 2:1. Wieder hinterherlaufen.

Genau darin lag für mich der eigentliche Test. Bei Bayern ist man schnell versucht, ein Gegentor als Beginn der Niederlage zu betrachten. Der BVB blieb aber dran. Niko Kovač brachte frische Kräfte, und einer der späteren Einwechselspieler machte schließlich den Unterschied: Fábio Silva erzielte in der 89. Minute das 2:2. Mehr passierte auf der Anzeigetafel nicht. Und diesmal blieb es auch dabei.

Blick auf das Westfalenstadion in Dortmund, die Heimat von Borussia Dortmund
Schwarzgelb hat in München einen Punkt erkämpft. Das Bild zeigt das Westfalenstadion in Dortmund, nicht die heutige Partie (Archivfoto). Foto: Arne Müseler / arne-mueseler.com, CC BY-SA 3.0 DE.

Ein Punkt, der vor allem von der Haltung erzählt

Man muss jetzt nicht so tun, als hätte Dortmund die Bayern in deren eigenem Stadion an die Wand gespielt. München hatte gute Chancen. Kane ließ nicht nur den Elfmeter liegen, sondern traf im Spiel auch Aluminium. Und bei zwei Gegentoren kann man die Dortmunder Defensive nicht einfach zur uneinnehmbaren Festung erklären.

Trotzdem nehme ich aus diesem Abend mehr mit als nur das Unentschieden. Dortmund hat nach dem 0:1 reagiert, nach dem 1:2 nicht aufgegeben und kurz vor Schluss wenigstens noch den Ausgleich geschafft. Das ist in München etwas wert. Nach acht Bundesliga-Spielen bleiben beide Mannschaften ungeschlagen und haben nun jeweils 18 Punkte. Wegen der besseren Tordifferenz liegt Bayern weiterhin vor dem BVB.

Mein Tipp war falsch – und ich kann gut damit leben

In meinem Vorbericht zum Bayern-BVB-Spiel hatte ich zwei Tipps abgegeben. Mein Wunschergebnis war ein 2:1 für Dortmund. Mein realistischer Tipp dagegen: 2:1 für Bayern. Als Upamecano in der 66. Minute traf, sah es tatsächlich ganz danach aus, als würde mich die Wirklichkeit bestätigen. Ich gebe zu: Selten habe ich mich so gern über einen falschen Tipp gefreut.

Im Vorbericht hatte ich besonders darauf gesetzt, dass Dortmund lange im Spiel bleiben und spät treffen kann. Genau das hat funktioniert. Dass es für einen Auswärtssieg nicht gereicht hat, ist schade. Aber einen Punkt beim direkten Konkurrenten mitzunehmen, obwohl man zweimal zurückliegt, ist keine schlechte Antwort auf die Frage, ob der BVB in dieser Saison mit den Bayern mithalten kann.

Und jetzt bitte gegen Elversberg nachlegen

Für Dortmund geht es am Samstag, 7. November, zu Hause gegen die SV Elversberg weiter. Bayern tritt am selben Tag in Mainz an. Der späte Punkt in München fühlt sich gut an, doch die nächste Aufgabe ist genauso wichtig: Wer ganz oben dranbleiben will, darf nach so einem Kraftakt nicht gegen den nächsten Gegner nachlassen.

Für heute reicht mir aber erst mal der Blick auf das Ergebnis. Bayern 2, Dortmund 2. Der BVB hat den Favoriten nicht geschlagen. Er hat sich aber auch nicht schlagen lassen. Damit kann ich ziemlich gut leben.

Spielbericht und Quellen

Bundesliga: Spielseite · Sport1: Erklärung zum aberkannten BVB-Tor · WELT: Spielbericht zum 2:2.

Beitragsbild: Allianz Arena in München, Archivaufnahme (nicht vom Spiel am 31. Oktober 2026). Foto: Ngiorgione / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; technische Größenanpassung.

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