Bei Bayern gegen Dortmund zählt meistens schon die erste Viertelstunde. Einmal den Ball leichtfertig verloren, einmal Olise zu viel Platz gelassen – und plötzlich läuft man in München einem Rückstand hinterher. Genau darauf habe ich heute Abend wenig Lust. Denn diesmal reist der BVB nicht als weit abgeschlagener Herausforderer an, sondern als punktgleicher Zweiter. Und ich würde nur zu gern sehen, wie Schwarzgelb die Bayern zu Hause ärgert.
Am Samstag, 31. Oktober 2026, um 18:30 Uhr trifft Borussia Dortmund am 8. Bundesliga-Spieltag in der Allianz Arena auf den FC Bayern München. Erster gegen Zweiter, beide noch ungeschlagen, beide mit 17 Punkten. Mehr Spitzenspiel geht eigentlich nicht. Das Spiel läuft in Deutschland bei Sky; Schiedsrichter ist Tobias Stieler.
Die Tabelle verspricht Augenhöhe. Die Tore erzählen etwas anderes.
Nach sieben Spielen haben Bayern und Dortmund exakt dieselbe Bilanz: fünf Siege, zwei Unentschieden, keine Niederlage. Trotzdem führt München mit elf Toren Vorsprung in der Tordifferenz. Denn die Bayern haben bereits 25 Treffer erzielt, Dortmund erst zwölf. Umgekehrt steht die beste Bundesliga-Abwehr in Schwarzgelb auf dem Platz: lediglich vier Gegentore, fünf Zu-null-Spiele. Bayern kassierte sechs.
| Nach 7 Spieltagen | FC Bayern | BVB |
|---|---|---|
| Tabellenplatz | 1 | 2 |
| Punkte | 17 | 17 |
| Siege / Remis / Niederlagen | 5 / 2 / 0 | 5 / 2 / 0 |
| Tore | 25:6 | 12:4 |
| Tordifferenz | +19 | +8 |
Was mir beim Blick auf diese Zahlen Mut macht: Dortmund hat sich unter Niko Kovač defensiv deutlich stabilisiert. Gregor Kobel wehrte laut BVB in dieser Bundesligasaison bislang 82 Prozent der Schüsse auf sein Tor ab. Dazu kommt eine besondere Eigenart: Neun der zwölf Dortmunder Treffer fielen nach der Pause, sechs sogar ab der 80. Minute. Diese Mannschaft kann lange im Spiel bleiben und spät zuschlagen. Gegen München wäre das eine ganz brauchbare Eigenschaft.
So könnten Bayern und Dortmund beginnen
Die endgültigen Aufstellungen gibt es erst ungefähr eine Stunde vor dem Anpfiff. Das hier sind also voraussichtliche Startelfen, keine bestätigten Mannschaftslisten. Gerade bei Bayern gibt es vor dem Spiel noch offene Personalfragen.
FC Bayern (4-2-3-1): Urbig – Laimer, Upamecano, Tah, Davies – Pavlović, Bischof (oder Kimmich) – Olise, Saibari, Gnabry – Kane.
Borussia Dortmund (3-4-2-1): Kobel – Gadou, Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Veerman, Nmecha, Svensson – Sabitzer, Beier – Guirassy.
Auch beim BVB sind andere Varianten möglich. Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka oder Fábio Silva sind Optionen für die Offensive und das Mittelfeld. Kovač muss entscheiden, ob er mit Beiers Tempo startet oder zunächst anders absichert.
Personal: Bayern muss auf Manuel Neuer, Jamal Musiala und Luis Díaz verzichten. Joshua Kimmich ist nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining noch ein Fragezeichen. Außerdem steht nicht Vincent Kompany, sondern dessen Vertreter Aaron Danks an der Seitenlinie: Kompany erholt sich nach einer Erkrankung. Auf Dortmunder Seite fehlen unter anderem Emre Can, Giannis Konstantelias und Justin Lerma. Konstantinos Karetsas hat nach seiner Verletzung das Abschlusstraining bestanden und ist laut BVB wieder im Kader – ob es für Einsatzminuten reicht, ist etwas anderes.

Bayerns Tormaschine darf nicht erst ins Rollen kommen
Die Zahlen aus München sind fast schon unverschämt: In den ersten drei Bundesliga-Heimspielen traf Bayern zusammen 18-mal. Zuletzt gab es ein 6:1 gegen Leipzig, ein 3:1 in Freiburg und im Pokal ein weiteres 6:1 gegen Magdeburg. Vor allem Harry Kane und Michael Olise können mit wenigen Aktionen alles drehen. Olise steht in der Liga bei sechs Toren und drei Vorlagen; Kane hat Dortmund in früheren Duellen ebenfalls schon ordentlich Probleme gemacht.
Andererseits: Wenn Dortmund Bayern hoch anlaufen lässt und dann den freien Raum hinter den Außenverteidigern findet, bekommt auch die Münchner Abwehr Arbeit. Beier mit einem Sprint in die Tiefe, Guirassy als Zielspieler, vielleicht ein nachrückender Sabitzer – ich kann mir sehr gut vorstellen, wie daraus eine Chance entsteht. Nur darf der BVB nach einem Ballgewinn nicht sofort wieder den Ball verschenken.
Kovač wird vermutlich nicht versuchen, die Bayern über 90 Minuten im Ballbesitz zu übertrumpfen. Entscheidender wird sein, wie eng Dortmund die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld hält, ob Ryerson und Svensson gegen die Münchner Flügel Unterstützung bekommen und wie viele Bälle vorne überhaupt ankommen. Eine reine Abwehrschlacht wäre mir zu wenig. Wer in München nur auf das 0:0 wartet, wird irgendwann bestraft.
Der direkte Vergleich ist kein Trostpflaster
Der letzte Dortmunder Bundesligasieg in München war das 2:0 vom März 2024. Danach folgten unter anderem ein 2:2 im April 2025 und ein 2:1 für Bayern im Oktober 2025. Das jüngste Ligaduell Ende Februar 2026 gewann München in Dortmund mit 3:2. Insgesamt hat der BVB seit fünf direkten Pflichtspielduellen nicht mehr gegen Bayern gewonnen.
Immerhin: Dortmund hat in der Bundesligageschichte schon 23-mal gegen die Bayern zu null gespielt – häufiger als jeder andere Klub. Und als beide Mannschaften im Oktober 2022 ebenfalls punktgleich aufeinandertrafen, endete der Klassiker 2:2. Damals rettete Anthony Modeste Dortmund ganz spät einen Punkt. So eine Schlussphase dürfte es heute gern wieder geben, nur bitte mit einem Tor mehr für Schwarzgelb.
Mein Tipp: Wunsch und Vernunft liegen leider auseinander
Ich würde wirklich gern auf einen Dortmunder Sieg setzen. Und sportlich ausgeschlossen ist der keineswegs: Eine stabile Abwehr, Kobel in guter Form, Guirassy vorne – der BVB bringt einiges mit, um München einen unangenehmen Abend zu bereiten.
Mein Wunschergebnis: Bayern 1:2 Dortmund. Kobel hält, was zu halten ist, Guirassy trifft und der BVB macht in der Schlussphase den Deckel drauf. Wäre schon eine schöne Halloween-Überraschung für die Bayern.
Mein realistischer Tipp: Bayern 2:1 Dortmund. So leid es mir tut: Die Münchner Offensive ist im Moment enorm gefährlich, der Heimvorteil ist deutlich und die vergangenen direkten Duelle sprechen eher für Bayern. Datenmodelle sehen München ebenfalls klar vorn. Ich hoffe ausdrücklich, dass ich damit falschliege.
Ein Punkt wäre angesichts der Ausgangslage übrigens auch kein schlechtes Ergebnis. Aber wenn du schon mit 17 Punkten als ungeschlagener Zweiter nach München reist, darfst du ruhig mehr wollen. Auf geht’s, Dortmund!
Stand: 31. Oktober 2026, vor Anpfiff. Die Aufstellungen sind Prognosen.
Quellen zum Nachlesen
BVB-Vorbericht und Personal · BVB-Statistiken · Bayern-Vorschau · Bundesliga-Spielseite · Opta-Prognose.
Beitragsbild: Allianz Arena (Archivaufnahme), Foto Ngiorgione / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; technische Größenanpassung. Das Bild zeigt nicht die heutige Partie.

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