80 Minuten gespielt, und im Dortmunder Stadion lag dieses unangenehme Gefühl in der Luft: Wird das wieder so ein Abend, an dem der Ball einfach nicht reinwill? Guirassy hatte Chancen, gleich zweimal war die Latte im Weg, und Frankfurts Torwart Noah Atubolu hielt, was zu halten war. Dann kam Maximilian Beier. Ein Schuss, ein Tor – und der ganze Samstag sah plötzlich freundlicher aus.
Borussia Dortmund schlägt Eintracht Frankfurt am 24. Oktober mit 1:0. Am Ende des 7. Bundesliga-Spieltags steht der BVB auf Platz zwei, punktgleich mit Spitzenreiter Bayern. Und ausgerechnet jetzt wartet in München das direkte Duell. Bevor wir darauf schauen, lohnt sich aber noch ein genauer Blick auf diese 90 Minuten.
Guirassy probiert es, die Latte sagt Nein
Dortmund erwischte einen wachen Beginn und presste Frankfurt früh. Serhou Guirassy hätte schon in der 15. und 17. Minute treffen können. Erst lenkte Atubolu seinen Schuss weg, dann verhinderte der Keeper auch einen Lupfer im direkten Duell. Das waren keine halben Möglichkeiten, sondern Chancen, die man gegen einen Gegner wie Frankfurt eigentlich nutzen muss.
Die Eintracht war allerdings alles andere als ein Statist. Jonathan Burkardt verfehlte das Tor knapp, Younes Ebnoutalib wurde gefährlich und auch Fares Chaïbi beschäftigte Gregor Kobel. Dortmunds Abwehr musste arbeiten. Wer nur das 1:0 liest, könnte denken, der BVB habe die Partie gemütlich kontrolliert. So einfach war es nicht.
Und dann das Aluminium: Daniel Svensson traf in der ersten Hälfte mit einem abgefälschten Schuss die Latte, nach der Pause köpfte Guirassy nach einer Ecke ebenfalls ans Gebälk. Dazu kamen zwei strittige Strafraumszenen mit Svensson und Ramy Bensebaini. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Diskutieren kann man darüber; erklären muss man den knappen Sieg damit aber nicht. Dortmund hatte genügend eigene Gelegenheiten.
Einwechseln, kombinieren, treffen – Beier macht den Unterschied
Trainer Niko Kovač reagierte in der 68. Minute und brachte mit Beier, Carney Chukwuemeka und Ethan Nwaneri frische Offensivkräfte. Die Entscheidung fiel dann zehn Minuten vor Schluss. Beier spielte den Ball auf den gerade eingewechselten Jobe Bellingham, bekam ihn zurück und schlenzte aus rund 17 Metern ins lange Eck. 1:0 in der 80. Minute. Von der Bank aus das Spiel zu entscheiden, ist eine ziemlich deutliche Bewerbung für mehr Einsatzzeit.
Das war für mich das stärkste Signal dieses Abends: Der BVB bleibt dran, auch wenn vorher einiges schiefläuft. Die Mannschaft wirkt geduldiger als in manchen früheren Phasen. Gleichzeitig sollte man die vergebenen Chancen nicht unter den Teppich kehren. Gegen Frankfurt reicht ein später Beier-Moment. Ob das bei Bayern genauso klappt? Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen.

Bayern zieht wieder vorbei – aber nur wegen des Torverhältnisses
Am Samstagabend stand Dortmund vorübergehend ganz oben. Einen Tag später holte sich Bayern mit einem 3:1 beim SC Freiburg den ersten Platz zurück. Upamecano und Gnabry trafen vor der Pause, nach einem Eigentor von Tom Bischof wurde es kurz noch einmal eng. Michael Olise entschied die Partie erst in der Nachspielzeit endgültig.
Nach sieben Spielen haben Bayern und Dortmund jeweils 17 Punkte, beide sind ungeschlagen. Nur beim Torverhältnis ist München deutlich voraus: 25:6 gegenüber 12:4. Der BVB kann sich also auf seine Stabilität verlassen, hat offensiv bislang aber nicht diese Wucht. Der direkte Vergleich am kommenden Samstag bekommt damit früh in der Saison ordentlich Gewicht.
Was auf den anderen Plätzen los war
Die auffälligste Überraschung kam aus Hoffenheim. Die TSG schlug Bayer Leverkusen mit 3:0, wobei alle drei Tore erst ab der 79. Minute fielen. Leipzig fegte Aufsteiger Elversberg mit 4:0 vom Platz und zeigte zu Hause einmal mehr seine starke Seite.
Gladbach feierte ausgerechnet beim VfB Stuttgart mit 3:2 den ersten Saisonsieg, trotz zuvor sechs Niederlagen. Werder Bremen nahm mit einem 3:2 drei Punkte aus Mainz mit. Im Westduell zwischen Köln und Schalke gab es dagegen keine Tore; Paderborn gewann knapp 1:0 gegen den HSV. Augsburg und Union trennten sich 1:1.
Alle neun Ergebnisse des 7. Spieltags (23. bis 25. Oktober 2026)
| Tag | Heim | Gast | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Fr., 23.10. | VfB Stuttgart | Borussia Mönchengladbach | 2:3 |
| Sa., 24.10. | RB Leipzig | SV Elversberg | 4:0 |
| Sa., 24.10. | FC Augsburg | Union Berlin | 1:1 |
| Sa., 24.10. | Mainz 05 | Werder Bremen | 2:3 |
| Sa., 24.10. | 1. FC Köln | Schalke 04 | 0:0 |
| Sa., 24.10. | SC Paderborn | Hamburger SV | 1:0 |
| Sa., 24.10. | Borussia Dortmund | Eintracht Frankfurt | 1:0 |
| So., 25.10. | TSG Hoffenheim | Bayer Leverkusen | 3:0 |
| So., 25.10. | SC Freiburg | Bayern München | 1:3 |
Die Tabelle nach dem Wochenende: ganz oben wird es eng
| Platz | Verein | Spiele | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | FC Bayern München | 7 | 25:6 | 17 |
| 2 | Borussia Dortmund | 7 | 12:4 | 17 |
| 3 | SC Freiburg | 7 | 16:9 | 13 |
| 4 | Bayer Leverkusen | 7 | 16:12 | 13 |
| 5 | RB Leipzig | 7 | 20:11 | 12 |
| 6 | Werder Bremen | 7 | 15:14 | 12 |
Freiburg und Leverkusen haben jeweils vier Punkte Rückstand auf die beiden Führenden, Leipzig und Bremen liegen fünf Zähler zurück. Für eine Meisterschaftsprognose ist das nach sieben Partien natürlich noch zu früh. Spannend ist aber, dass sich Bayern und Dortmund bereits etwas abgesetzt haben.
Erst Bremen im Pokal, dann das Duell in München
Viel Zeit zum Durchatmen hat der BVB nicht. Am Dienstag, 27. Oktober, kommt Werder Bremen um 20:45 Uhr zur zweiten DFB-Pokalrunde in den Signal Iduna Park. Am Samstag, 31. Oktober, um 18:30 Uhr geht es in der Bundesliga zum FC Bayern. Zwei Spiele, die ziemlich viel darüber erzählen können, wie belastbar diese Dortmunder Mannschaft schon ist.
Im Pokal zählt nur das Weiterkommen. In München dagegen wird sich zeigen, ob die defensive Stabilität auch gegen eine Mannschaft trägt, die bisher mehr als drei Tore pro Spiel erzielt hat. Ich würde mir vor allem wünschen, dass Dortmund seine Chancen früher nutzt. Gegen Frankfurt war das noch eine Geduldsprobe mit Happy End.
Wenn du die Entwicklung nach dem torlosen Spiel bei Union Berlin nachlesen möchtest: Hier ist mein Rückblick auf den 6. Spieltag. Und auch das Champions-League-Spiel gegen Sabah zeigt, wie eng die letzten Tage für den BVB waren.
Quellen und Spielberichte
Ergebnisse und Tabelle: DFB-Datencenter, 7. Spieltag. Details zum BVB-Spiel: offizieller BVB-Spielbericht und Frankfurter Sicht. Ausblick: BVB-Pokaltermin. Bildnachweise: Beitragsbild – IFP2016 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (verkleinert). Das Inline-Bild ist direkt darunter mit Autor und Lizenz ausgezeichnet. Beide Stadionaufnahmen sind älter und zeigen nicht das Spiel vom 24. Oktober.

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