FRITZ! auf der IFA 2026: Neue FRITZ!Box-Generation, Wi-Fi 7 und FRITZ!OS 8.50

Vernetzte Smart-Home-Geräte und Router als Illustration zu den FRITZ!-Neuheiten der IFA 2026

FRITZ! auf der IFA 2026 ist dieses Jahr tatsächlich mehr als die übliche Modellpflege. Zum 40-jährigen Firmenjubiläum zeigt FRITZ! eine neue FRITZ!Box-Generation, bringt Wi-Fi 7 breiter in Kabel-, Glasfaser- und 5G-Netze und legt mit FRITZ!OS 8.50 auch softwareseitig nach.

Spannend finde ich dabei weniger die möglichst große Zahl auf dem Datenblatt. Interessanter ist, dass FRITZ! mehrere reale Baustellen gleichzeitig angeht: den Übergang von DSL zu Glasfaser, schnelle Heimnetze mit Wi-Fi 7, Mobilfunk als Festnetzersatz oder Ausfallsicherung und ein Smart Home, das sich stärker mit Matter verzahnt. Genau dadurch wirken die IFA-Neuheiten auf mich deutlich runder als ein einzelner neuer Router.

FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90: Der Start einer neuen Generation

Die auffälligste Neuheit ist für mich die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90. Sie markiert nicht nur technisch, sondern auch optisch den Beginn einer neuen FRITZ!Box-Generation. Das Gehäuse wurde neu gestaltet, die Kabelführung soll unauffälliger werden und auch das Wärmemanagement wurde überarbeitet.

Technisch ist die Box vor allem deshalb interessant, weil sie DSL und Glasfaser in einem Gerät zusammenbringt. Unterstützt werden GPON bis 2,5 GBit/s, AON bis 1 GBit/s und DSL inklusive Supervectoring 35b bis 300 MBit/s. Zusätzlich kann sie hinter einem externen Glasfasermodem per 2,5-Gigabit-WAN eingesetzt werden.

Beim WLAN setzt FRITZ! auf Triband-Wi-Fi 7 mit insgesamt bis zu 12,2 GBit/s über 6 GHz, 5 GHz und 2,4 GHz. Dazu kommen 2,5-Gigabit-LAN, Gigabit-LAN, USB, Telefonie sowie Smart Home über DECT ULE und Zigbee. Auf dem Papier ist das also keine abgespeckte Übergangslösung, sondern ein ziemlich kompletter Router für Haushalte, die heute noch DSL nutzen und später auf Glasfaser wechseln wollen.

Moderne Router- und Mesh-Geräte auf einem Technik-Messestand mit dargestellten WLAN-Verbindungen
Wi-Fi 7, Mesh und Multi-Gigabit-LAN ziehen sich wie ein roter Faden durch die FRITZ!-Neuheiten der IFA 2026.

Gerade diese Flexibilität gefällt mir. Deutschland wird noch längere Zeit gleichzeitig DSL- und Glasfaseranschlüsse haben. Wer heute einen hochwertigen Router kauft, möchte ihn verständlicherweise nicht direkt austauschen, nur weil zwei Jahre später endlich Glasfaser im Keller liegt.

FRITZ!Box 6690 Pro: Triband-Wi-Fi 7 für Kabelanschlüsse

Für Kabelnutzer ist die FRITZ!Box 6690 Pro die wichtigste IFA-Neuheit. Sie ist zum IFA-Start in den Markt gegangen und kombiniert ein integriertes DOCSIS-Modem mit Triband-Wi-Fi 7. FRITZ! bezeichnet sie als weltweit ersten Kabelrouter dieser Art.

Das 6-GHz-Band ist dabei der spannendste Unterschied zu älteren Kabelboxen. Gerade in dichter bebauten Wohngebieten kann zusätzliche Funkkapazität helfen. Trotzdem würde ich niemandem raten, eine gut laufende FRITZ!Box 6690 Cable nur wegen der neuen Modellnummer sofort auszutauschen. Wi-Fi 7 bringt vor allem dann etwas, wenn auch die Endgeräte den Standard unterstützen und im Heimnetz tatsächlich hohe Datenraten gebraucht werden.

Glasfaser: FRITZ!Box 5630 XGS ergänzt das Portfolio

Bei Glasfaser erweitert FRITZ! das Angebot um die FRITZ!Box 5630 XGS. Sie unterstützt XGS-PON für Anschlüsse mit bis zu 10 GBit/s und besitzt einen 10-Gigabit-WAN/LAN-Port. Beim WLAN gibt es Wi-Fi 7 auf 5 und 2,4 GHz.

Damit positioniert FRITZ! die 5630 XGS unterhalb der bereits verfügbaren 5690 XGS als leistungsfähiges Basismodell. Das ergibt Sinn: Nicht jeder Glasfaserhaushalt braucht gleichzeitig Triband-WLAN, Zigbee und die maximal mögliche Ausstattung. Ein schneller direkter XGS-PON-Anschluss ist für sich schon ein starkes Argument.

FRITZ!Box 6835 5G: Interessant für Funklöcher beim Festnetz

Die neue FRITZ!Box 6835 5G finde ich fast spannender, als es der erste Blick vermuten lässt. Sie verbindet 5G mit Wi-Fi 7 und soll über Mobilfunk bis zu 2 GBit/s erreichen. Unterstützt werden klassische SIM und eSIM, die Stromversorgung erfolgt über USB-C.

Dadurch lässt sich die Box bei Bedarf sogar an einer Powerbank betreiben. Für Regionen mit schwacher Festnetzversorgung, Ferienwohnungen oder als flexible Ausfallsicherung kann das sehr praktisch sein. FRITZ! baut seine Failsafe-Funktionen parallel weiter aus – also genau den Bereich, in dem eine zweite Internetverbindung im Ernstfall wirklich nützlich wird.

FRITZ!Repeater 6700 Pro: Quadband-Wi-Fi 7 mit bis zu 18 GBit/s

Der FRITZ!Repeater 6700 Pro ist auf dem Datenblatt fast schon absurd schnell: Quadband-Wi-Fi 7 über 6 GHz, zweimal 5 GHz und 2,4 GHz, insgesamt bis zu 18 GBit/s sowie ein 10-Gigabit-LAN-Anschluss.

Für eine Wohnung mit 100-MBit-Anschluss wäre das natürlich Overkill. Bei schnellem Glasfaseranschluss, NAS-Systemen, großen lokalen Datentransfers und mehreren Wi-Fi-7-Geräten sieht die Sache anders aus. Gerade als leistungsfähiger Mesh-Backbone kann ein solches Gerät interessant werden, weil WLAN im Haus eben nicht nur für den Weg ins Internet genutzt wird.

FRITZ!OS 8.50: Für viele Nutzer wichtiger als neue Hardware

Mindestens genauso wichtig wie die neue Hardware ist für mich FRITZ!OS 8.50. Die Version ist zur IFA noch das kommende große Update und wird weiterhin über FRITZ! Labor vorbereitet. Zu den angekündigten Funktionen gehören unter anderem DNS-Filter, eine automatische Priorisierung des Internetverkehrs für robustere Echtzeitanwendungen und Erweiterungen von FRITZ! Failsafe.

Auch beim Smart Home tut sich etwas: Die FRITZ!Box 5690 Pro soll mit FRITZ!OS 8.50 selbst als Matter-Bridge dienen können. Damit lassen sich an der FRITZ!Box angemeldete FRITZ!- und kompatible Smart-Home-Geräte leichter in Plattformen wie Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa einbinden.

Genau solche Updates sind der Grund, warum ich Software bei Routern nicht unterschätzen würde. Ein gutes Betriebssystem verlängert die sinnvolle Lebensdauer vorhandener Hardware oft stärker als der nächste theoretische WLAN-Geschwindigkeitsrekord.

MyFRITZ!App bekommt einen Smart Check

Auch die MyFRITZ!App wird ausgebaut. Besonders interessant klingt der neue Smart Check. Die FRITZ!Box analysiert dabei im Hintergrund bestimmte Punkte des Heimnetzes und gibt über App oder Benutzeroberfläche Hinweise zur WLAN-Qualität und zur Positionierung von Geräten.

Das klingt unspektakulär, kann im Alltag aber mehr helfen als irgendeine theoretische Maximalgeschwindigkeit. Viele WLAN-Probleme entstehen nicht durch zu langsame Hardware, sondern durch eine ungünstige Position der Box oder des Repeaters.

Smart Home: Thermo 303 und Smart Energy 201

FRITZ! zeigt auf der IFA außerdem den neuen FRITZ!Smart Thermo 303 und die kompakte Steckdose FRITZ!Smart Energy 201. Der Thermo 303 soll sich durch seine kompaktere Bauform auch an schwer zugänglichen Heizkörperventilen besser einsetzen lassen. Für die Smart Energy 201 ist der Marktstart laut FRITZ! für Oktober vorgesehen.

Welche IFA-Neuheit lohnt sich für wen?

  • DSL-Nutzer mit Glasfaserperspektive: Die DSL/Fiber 7-90 ist interessant, weil sie beide Anschlusswelten abdeckt.
  • Kabelnutzer: Die 6690 Pro lohnt sich vor allem bei passenden Wi-Fi-7-Endgeräten und hohem lokalen Datenbedarf.
  • XGS-PON-Glasfaser: Die 5630 XGS bringt 10-Gigabit-Anbindung in ein vergleichsweise geradliniges Modell.
  • 5G statt Festnetz: Die 6835 5G ist spannend bei Versorgungslücken, mobilen Einsätzen und als Backup.
  • Große oder schnelle Heimnetze: Der 6700 Pro richtet sich klar an anspruchsvolle Mesh-Setups.
  • Bestehende FRITZ!-Nutzer: FRITZ!OS 8.50 dürfte für sehr viel mehr Menschen relevant sein als ein sofortiger Hardwarewechsel.

Mein Eindruck von FRITZ! auf der IFA 2026

Mir gefällt an diesem IFA-Auftritt, dass FRITZ! nicht nur eine einzelne High-End-Box auf den Tisch stellt. Die Produktpalette wird an mehreren Stellen sinnvoll erweitert, und mit FRITZ!OS 8.50 profitieren perspektivisch auch Besitzer vorhandener Geräte.

Trotzdem bleibt mein Rat derselbe: Nur weil Wi-Fi 7 draufsteht, muss eine funktionierende FRITZ!Box nicht sofort ersetzt werden. Für viele Haushalte sind gute Platzierung, ein vernünftiges Mesh und ein ausreichend schneller Internetanschluss wichtiger als die letzte theoretische Gigabit-Zahl.

Weitere Beiträge zu Routern, FRITZ!OS und neuen Geräten sammle ich in meiner Kategorie AVM Neuigkeiten. Welche IFA-Neuheit findest du persönlich am interessantesten – die DSL/Fiber 7-90, die 6690 Pro oder eher FRITZ!OS 8.50?

FAQ zu FRITZ! auf der IFA 2026

Was ist die wichtigste neue FRITZ!Box auf der IFA 2026?

Die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 ist die auffälligste Neuvorstellung, weil sie den Start einer neuen FRITZ!Box-Generation markiert und DSL, Glasfaser sowie Triband-Wi-Fi 7 kombiniert. Für Kabelkunden ist die neue FRITZ!Box 6690 Pro besonders relevant.

Was kann der FRITZ!Repeater 6700 Pro?

Er bietet Quadband-Wi-Fi 7 auf 6 GHz, zweimal 5 GHz und 2,4 GHz, erreicht laut FRITZ! insgesamt bis zu 18 GBit/s und besitzt einen 10-Gigabit-LAN-Anschluss.

Muss ich für Wi-Fi 7 meine FRITZ!Box austauschen?

Nein. Wenn dein aktuelles WLAN zuverlässig funktioniert und deine Endgeräte Wi-Fi 7 kaum oder gar nicht nutzen, besteht kein unmittelbarer Grund zum Wechsel.

Ist FRITZ!OS 8.50 schon regulär verfügbar?

FRITZ!OS 8.50 ist zur IFA 2026 weiterhin das kommende große Update. Funktionen werden aktuell über FRITZ! Labor vorbereitet und die spätere Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen FRITZ!-Modell ab.

Was bringt FRITZ!OS 8.50 voraussichtlich?

Angekündigt sind unter anderem DNS-Filter, automatische Priorisierung des Internetverkehrs, Erweiterungen von FRITZ! Failsafe und bei der FRITZ!Box 5690 Pro eine Matter-Bridge-Funktion.

Quellen

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Stefan Jäkel
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